NATO-Soldaten erschießen Schüler

Afghanistan

NATO-Soldaten erschießen Schüler

Ausländische Truppen haben nach afghanischen Regierungsangaben in der Nähe der ostafghanischen Stadt Khost vier Schüler erschossen. Das Bildungsministerium teilte am Dienstag in Kabul mit, die Toten seien Schüler im Alter zwischen elf und 17 Jahren. Auch die Regierung der Provinz Khost sprach von vier getöteten Zivilisten. Nach Angaben der NATO-geführten multinationalen ISAF-Truppe soll es sich bei den Toten dagegen um zwei "bekannte Aufständische" und zwei ihrer Begleiter gehandelt haben. Vergangene Woche hatten ausländische Soldaten einen Bus außerhalb von Kandahar aufgehalten und vier Zivilisten getötet, 18 weitere wurden verletzt.

Fahrzeug auf Konvoi zugefahren
Ministerium und Provinzregierung verurteilten den Zwischenfall bei Khost. Der Sprecher der Provinzregierung, Mubares Mohammad Sadran, sagte, das Fahrzeug mit den Zivilisten habe am Montagabend an einem Checkpoint nicht angehalten.

Daraufhin hätten Soldaten das Feuer eröffnet. Die ISAF teilte mit, ein Fahrzeug sei aus der Gegenrichtung auf einen Konvoi zugefahren. Auf Stoppsignale der Soldaten hin habe der Fahrer nicht angehalten, sondern sein Licht ausgeschaltet. Er habe auch auf Warnschüsse nicht reagiert, so dass die Soldaten schließlich das Fahrzeug beschossen. Zwei der Toten seien als "bekannte Aufständische" identifiziert worden.

Drei Kinder bei Bombenexplosion getötet
Unbekannte erschossen unterdessen den Vizebürgermeister der südafghanischen Stadt Kandahar, Azizullah Seyarmal. Das Innenministerium in Kabul teilte am Dienstag mit, der Politiker sei am Vorabend auf dem Weg in eine Moschee gewesen, als "Feinde Afghanistans" das Feuer eröffnet hätten. Mit dieser Formulierung umschreiben afghanische Behörden Aufständische wie die Taliban. Das Ministerium sprach von einem "Terrorangriff".

Wenige Stunden vor der Tat waren bei einer Bombenexplosion am Montag in Kandahar-Stadt drei Kinder getötet worden. Bei den Toten handelte es sich um Neffen eines einflussreichen Stammeschefs und engen Verbündeten des Präsidenten Hamid Karzai. Die ISAF will in den kommenden Monaten verstärkt gegen Taliban-Kräfte in Kandahar vorgehen und sie aus ihrer Hochburg verdrängen.

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