NATO-Soldaten töten zwölf Zivilisten

Operation Mushtarak

© Reuters

NATO-Soldaten töten zwölf Zivilisten

Bei der Großoffensive gegen die aufständischen Taliban im Süden Afghanistans sind mindestens zwölf Zivilisten getötet worden. Zwei gegen Aufständische gerichtete Raketen hätten ihr Ziel verfehlt und ein Wohnhaus getroffen, teilte der NATO-Oberkommandierende in Afghanistan, General Stanley McChrystal, am Sonntag mit. Man habe sich bei Präsident Hamid Karzai entschuldigt. "Es ist bedauerlich, dass im Laufe unserer gemeinsamen Anstrengungen Unschuldige ihr Leben verloren", sagte der US-General. Man werde alles unternehmen, dass solche Vorfälle nicht mehr vorkämen. Karzai ordnete eine Untersuchung an.

Vorsichtiges Vorgehen gefordert
Der Präsidentenpalast hatte zuvor mitgeteilt, eine Rakete habe das Haus einer Familie im Distrikt Marjah getroffen, wobei zehn Zivilisten getötet und mehrere verletzt worden seien. Die Internationale Schutztruppe ISAF teilte dagegen mit, zu dem Vorfall sei es im benachbarten Distrikt Nad Ali gekommen.

Karzai hatte die Soldaten zu Beginn der Operation "Mushtarak" ("Gemeinsam") am Samstag dazu aufgerufen, vorsichtig vorzugehen und keine Zivilisten zu gefährden. Auch die Vereinten Nationen hatten an die Konfliktparteien appelliert, Unbeteiligte zu schützen. Mit der bisher größten Offensive gegen die Taliban sollen die Aufständischen aus Marjah und Nad Ali vertrieben werden.

Mindestens 27 Aufständische getötet
Die ISAF teilte zudem mit, einer ihrer Soldaten sei bei einem Anschlag in Südafghanistan getötet worden. Die internationale Schutztruppe machte weder Angaben zur Nationalität des Toten noch darüber, ob der Anschlag mit der laufenden Offensive in Verbindung stehe. Bei der Operation "Mushtarak" gehen seit Samstag 15.000 afghanische und ausländische Soldaten gegen die Taliban in Helmand vor. Nach offiziellen afghanischen Angaben wurden bisher mindestens 27 Aufständische getötet.

Am ersten Tag der Großoffensive waren zwei ISAF-Soldaten gestorben. Ein britischer Soldat wurde getötet, als er bei einer Patrouille in eine Sprengfalle geriet. Ein US-Marineinfanterist starb in einem Feuergefecht. Die afghanische Armee, die den Großteil der Truppen stellt, meldete zunächst keine Verluste.

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