Nach Messerstich: Polizist erschoss Migranten

Italien

Nach Messerstich: Polizist erschoss Migranten

In Süditalien hat ein Polizist einen Migranten erschossen, der ihm bei einer Auseinandersetzung einen Messerstich versetzt hatte. In Medienberichten vom Mittwoch hieß es, der Streit sei ausgebrochen, als ein Migrant im Zeltlager San Ferdinando nahe der Kleinstadt Rosarno einen anderen des versuchten Diebstahls beschuldigte. Als zwei Polizisten eingriffen, habe einer der Migranten zugestochen.

Gespanntes Klima
Im Zeltlager San Ferdinando in Kalabrien sind tausende Migranten und Flüchtlinge untergebracht, die überwiegend in der Landwirtschaft arbeiten. Rosarno ist bekannt für das dort herrschende gespannte Klima zwischen Einwohnern, ausländischen, oft afrikanischen Erntehelfern und Sicherheitskräften. 2010 waren dort bei zweitägigen Zusammenstößen zwischen Einwanderern und Einheimischen sowie Polizisten 67 Menschen verletzt worden. Mehr als tausend afrikanische Erntehelfer verließen daraufhin die Stadt aus Angst vor weiterer Gewalt.

Menschenunwürdig
Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften kritisieren die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Migranten als menschenunwürdig. Viele Erntehelfer werden zudem von der N'drangheta, der kalabrischen Mafia, ausgebeutet.

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