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Nächster Bush will Präsident werden

US-Wahlen 2016

Nächster Bush will Präsident werden

Bei der Vorbereitung seiner letzten Rede hat sich Jeb Bush erstmal an den Chefstrategen der Familie gewandt - an seine Mutter Barbara. Die hatte auch gleich einen Ratschlag parat: "Jeb, sprich ungefähr zehn Minuten und dann setz' dich hin und halt die Klappe." Auch wenn die Anekdote eher das Publikum einstimmen soll - der 61-Jährige dürfte den familiären Rat in der nächsten Zeit häufiger einholen.

Als erster der großen Kandidaten hat Bush nun (fast) seinen Hut als nächster US-Präsident ins Rennen geworfen. Bushs Ankündigung kam zunächst etwas kryptisch daher. "Aktiv" wolle er der "Möglichkeit" nachgehen, sich um das höchste Amt des Landes zu bewerben, schrieb er auf Facebook. Doch schon diese vage Formulierung veranlasste die "Washington Post" zu der Überschrift, dass Bush dem Präsidentschaftswahlkampf soeben eine Starthilfe verpasst habe.

Ehemaliger Gouverneur in Florida
Eine Kampagne hat der ehemalige Gouverneur von Florida, eines wegen seiner Wechselwähler stark umkämpftem "Swing State", damit noch nicht begonnen. Zunächst will er mit einem zu gründenden Aktionskomitee (PAC) das Feld ausloten. Doch faktisch ist der Wahlkampf längst angelaufen.

Bisher steht ihm im Lager der Demokraten nur die Ex-Außenministerin und ehemalige First Lady Hillary Clinton gegenüber, die Spekulationen mit Interviews, öffentlichen Auftritten und ihrer Autobiografie schon vor Wochen unterfüttert hatte. Ein Showdown der Polit-Dynastien Bush und Clinton scheint damit zumindest möglich. Um Clinton ist es zuletzt wieder etwas ruhiger geworden - ihr Buch und selbst die Ausgabe des "People Magazine" mit einem Exklusiv-Interview verkauften sich miserabel.

An Spitze der Republikaner

Bis zum Urnengang am 8. November 2016 sind es noch fast zwei Jahre. Doch die frühe Ankündigung des Texaners, dessen Vater und Bruder beide schon als Präsidenten regierten, könnte sich als ausgebufftes Manöver entpuppen. Er hat sich an die Spitze potenzieller republikanischer Konkurrenten gesetzt, die nun unter Druck geraten, ihre Absichten ebenfalls kundzutun.

Sowohl New Jerseys Gouverneur Chris Christie als auch dem bereits zweimal gescheiterten Mitt Romney werden Ambitionen nachgesagt, einen Anlauf zu wagen. Im konservativen Flügel der Partei sind Marco Rubio und Ted Cruz im Gespräch, auch der zur Mitte gedriftete Senator Rand Paul gilt als heißer Kandidat.

Nicht mit Bruder zu vergleichen
Der jovial wirkende, kräftig gebaute Vater dreier Kinder und Ehemann einer Mexikanerin sei nicht mit seinem älteren Bruder George W. zu vergleichen, stellte Senator Bob Corker klar. Jeb, der mit Vornamen eigentlich John Ellis heißt, sei ein "sehr anderer Mensch". Sein Erfolg dürfte sich auch daran messen, wie stark er sich von seinem Bruder abgrenzen kann, der mit seinem "Krieg gegen den Terror" und den nun erneut diskutierten Folterprogrammen der CIA besonders im Ausland den Unmut auf sich zog. Als Bush das Weiße Haus 2009 verlies, befand sich die Wirtschaft der USA im freien Fall.

Zu moderat, zu grau, zu langweilig: So sehen Gegner aus den eigenen Reihen den Bankmanager und Absolventen der Lateinamerika-Studien. Als feurigen Charismatiker kann man den 61-jährigen Jeb in der Tat nicht bezeichnen. Angriffsfläche will er seinen Rivalen trotzdem nicht bieten: Demnächst plant er, 250.000 E-Mails aus seiner Zeit als Gouverneur von Florida (1999-2007) zu veröffentlichen. Dass er anders als unzählige Republikaner für eine Reform des Einwanderungsrechts steht, könnte seiner potenziellen Wählerschaft trotzdem übel aufstoßen.
 

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