Neue Flüchtlings-Route über Kroatien

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Neue Flüchtlings-Route über Kroatien

Tränengas, rollende Panzer, aufgebrachte Flüchtlinge. Die Lage an der ungarisch-serbischen Grenze geriet am Mittwoch außer Kontrolle (siehe auch vorne). Die Eskalation passierte nur einen Tag, nachdem Ungarn den 175 Kilometer langen Zaun zu Serbien endgültig schloss.

Flüchtlinge überquerten Grenze Serbien-Kroatien
Der rigorose Kurs von Premier Viktor Orbán lässt jetzt viele Flüchtlinge umdenken: Sie beginnen, der Sperre auszuweichen und über die neue Route Serbien-Kroatien-Slowenien-Österreich nach Deutschland zu gelangen.

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Mittwochfrüh überquerten bereits Hunderte die serbisch-kroatische Grenze. Ein Bus mit 50 Flüchtlingen aus der südserbischen Stadt Presova erreichte die Stadt Šid in Nordserbien, von dort schlugen sich Migranten über die grüne Grenze ins kroatische Tovarnik durch. Polizisten griffen sie dort auf. Bis Mittwochnachmittag erreichten 400 Flüchtlinge Kroatien, das ihnen bei der Durchreise helfen will: „Es ist offensichtlich, dass sie nicht hier bleiben wollen: Sie werden Kroatien durchqueren können und wir werden ihnen helfen“, kündigte Premier Zoran Milanovic an. Er erwartet in den nächsten Tagen bis zu 4.000 Menschen. Findige Busunternehmer aus Serbien reagierten rasch und brachten Flüchtlinge an die kroatische statt an die ungarische Grenze.

Video zum Thema Flüchtlinge wollen aus Serbien weg
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Kontrollen auch an Grenze Österreich-Slowenien
Weil neben Kroatien auch Slowenien einen Korridor für Flüchtlinge überlegt, kontrolliert Österreich seit Mittwoch auch die Grenzübergänge zu Slowenien bei Spielfeld (Stmk.) und in Kärnten. „Wir beobachten die Lage genau und sind an den südlichen Grenzen sensibilisiert. Neue Ströme gibt es in Griechenland und Mazedonien, ich erwarte auch neue Routen über Italien“, sagt Gerald Tatzgern vom Bundeskriminalamt. (prj)

Kroatien: Tödliche Land-Minen aus Balkan-Krieg

Neue Gefahren für die Flüchtlinge auf der Ausweichroute durch Kroatien: In der Grenzregion zu Serbien liegen noch immer 50.966 Landminen vergraben, das Erbe des Balkankrieges. Besonders gefährlich könnte es werden, wenn sich die Flüchtlinge von den öffentlichen Straßen wegbewegen und über Land gehen.

Spring-Splitterminen: Besonders in den damals heftig umkämpften Gebieten bei Osijek-Baranja und Zupanja – beide liegen in der Grenzregion zu Serbien – gibt es noch sehr viele ­Minen und Blindgänger. Darunter Anti-Fahrzeugminen und sogenannte Spring-Splitterminen. Die meisten dieser Gebiete sind mit 12.000 Warnschildern versehen.

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