Neue Massengräber in Haiti

Cholera-Epidemie

© EPA

Neue Massengräber in Haiti

Fünf Wochen nach Ausbruch der Cholera in Haiti werden am Rande der Hauptstadt Port-au-Prince neue Massengräber für die Opfer der Seuche geschaffen. Augenzeugen berichteten, dass seit dem vergangenen Donnerstag rund 100 Leichen in Plastiksäcken beigesetzt wurden. Die jüngsten Aussagen des haitianischen Gesundheitsministeriums weichen ab: So seien seit Ausbruch der Seuche 57 Menschen in der Hauptstadt gestorben.

Im ganzen Land sind diesen Angaben zufolge bisher 1.344 Menschenleben infolge der Cholera zu beklagen. 23.377 Infizierte wurden behandelt.

Leichenschauhäuser dürfen keine Cholera-Toten mehr aufnehmen
Die Gesundheitsbehörden ordneten an, dass die Leichenschauhäuser keine Cholera-Toten mehr aufnehmen dürfen. "In den Straßen aufgesammelte Leichen, die keine Spuren von Gewalt aufweisen, werden aus sanitären Gründen nicht mehr zu den Leichenhäusern zugelassen", hieß es in einer neuen Direktive des Gesundheitsministeriums.

Deshalb sind die Behörden dazu übergegangen, die Leichen in Titayen (Kleines Nichts), etwa 20 Kilometer nördlich der Hauptstadt Haitis, beizusetzen, wo schon im Jänner mehr als 70.000 Erdbebentote verscharrt worden waren. Dort befindet sich auch ein Gebiet, in dem das Zentralkrankenhaus von Port-au-Prince namenlose Tote beisetzt.

Lage verbessert sich
Internationale Hilfsorganisationen betonen, dass sich die Lage an der Cholera-Front verbessere. "Die Kranken kommen jetzt früher zu uns", sagte etwa Aurelie Baumel von Ärzte ohne Grenzen. Auch Patricio Luna von der Caritas berichtete, die Menschen wüssten jetzt besser mit der Krankheit umzugehen. "Jetzt kommen sie oft noch rechtzeitig zur Behandlung."

Unterdessen erklärte der provisorische Wahlrat (CEP) Haitis, es bestehe nicht die Absicht, die für Sonntag geplanten Präsidenten- und Parlamentswahlen in Haiti zu verschieben. Das war zuletzt von mehreren Kandidaten wegen der Cholera gefordert worden. Die Lage in dem armen Land war am Dienstag angespannt. Beobachter befürchteten, dass es erneut zu Protesten und Unruhen kommen könnte. In der vergangenen Woche waren bei Zusammenstößen drei Menschen ums Leben gekommen.

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