Neue Proteste gegen Sparkurs

Griechenland

Neue Proteste gegen Sparkurs

Mehrere hundert Demonstranten haben am Donnerstag in Athen gegen die Sparpolitik der griechischen Regierung protestiert. Der von den Gewerkschaften organisierte Protestzug führte unter anderem am Finanzministerium vorbei. Begleitet wurde die Kundgebung von einem dreistündigen Streik im öffentlichen Dienst, der zu Problemen im Nahverkehr und bei Behördengängen führte. Das staatliche Fernsehen stellte vorübergehend seine Sendungen ein.

Vor dem Kultusministerium versammelten sich außerdem rund 30 behinderte Sportler und warfen der Regierung vor, die Mittel für behinderte Athleten zu kürzen. Rund 250 ehemalige Offiziere demonstrierten vor dem Verteidigungsministerium gegen die Kürzung ihrer Pensionen.

Ungeliebtes Sparpaket
Mit dem rigiden Sparkurs wollen die regierenden Sozialisten das völlig überschuldete Land vor dem Bankrott retten und damit die Auflagen erfüllen, die die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) dem Land für die Gewährung von Notkrediten gemacht haben. Nach Ansicht der Gewerkschaften werden die Einsparungen aber vor allem auf dem Rücken der Arbeiter ausgetragen.

"Wenn das so weiter geht, werden nur noch Menschen mit hohem Einkommen Zugang zu einer ordentlichen Gesundheitsversorgung und Bildung haben", sagte Ilias Vrettakos, der stellvertretende Vorsitzende der größten griechischen Gewerkschaft GSEE.

Inseln von Außenwelt abgeschnitten
Den dritten Tag in Folge brachten die Seeleute den Fährverkehr zum Erliegen. Viele Inseln, die keinen Flughafen haben, waren von der Außenwelt abgeschnitten. Die Gewerkschaft der Seeleute teilte mit, der Streik werde bis Freitag fortgesetzt. Möglicherweise werde der Ausstand sogar um weitere 48 Stunden verlängert. Reisende mussten auf Flugzeuge ausweichen oder harrten in Hotels in der Hafenstadt Piräus aus, berichtete das Staatsradio. Hintergrund der Proteste ist das harte Sparprogramm der Regierung.

Finanzminister Giorgios Papaconstantinou kündigte in einem Interview des Senders Alpha an, im nächsten Jahr würden im öffentlichen Dienst nur 8.000 neue Mitarbeiter angestellt - auch wenn bis zu 40.000 alte Mitarbeiter in den Ruhestand gehen.

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