17 Todesopfer

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Neues Beben erschüttert Norditalien

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In Norditalien kommt die Erde nicht zur Ruhe: Ein schweres Beben - gefolgt von einer Reihe von Nachstößen - hat am Dienstag erneut die Region Emilia-Romagna erschüttert und mindestens 17 Menschen das Leben gekostet. Zwölf Personen wurden noch vermisst, 200 Menschen im Spital behandelt, berichtete Staatssekretär Antonio Catricala in einer Ansprache vor dem römischen Senat am Dienstagabend. 8.000 Menschen seien obdachlos. Die Regierung Monti erklärte den kommenden Montag zum Nationaltrauertag.

Diashow Schweres Erdbeben in Norditalien

Schweres Erdbeben in Norditalien

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14.000 obdachlos
In derselben Gegend waren erst vor neun Tagen sechs Menschen bei einem heftigen Beben getötet und schwere Schäden angerichtet worden. 14.000 Menschen sind insgesamt in der Region obdachlos. Tausende sind am Dienstag in Panik auf die Straße gerannt. Gegen 13.00 Uhr war es zu einer Reihe weiterer Nachbeben mit Stärke 5 auf der Richterskala gekommen, was die Bevölkerung noch zusätzlich in Panik versetzte.

Nach Angaben italienischer Medien wurden in der Ortschaft San Felice sul Panaro unweit der Stadt Modena zwei Menschen getötet. Eine weitere Person sei im Dorf Mirandola ums Leben gekommen. Einige Arbeiter waren in einem Lagerhaus verschüttet worden, mehrere von ihnen sollen ums Leben gekommen sein. Zu den Opfern zählen auch ein Pakistaner und ein Marokkaner, die in der betroffenen Gegend arbeiteten. Weitere Todesopfer gab es in Concordia und Finale. In Rovereto di Novi starb der Dorfpriester.

Riesige Sachschäden
Aus Dutzenden Gemeinden rund um das Epizentrum wurden riesige Sachschäden gemeldet. Ein Teil des Doms der Stadt Carpi nahe Modena stürzte wegen des Erdbebens ein. Soldaten wurden eingesetzt, um die Straßen von Trümmern zu säubern. Der Sportwagenproduzent Ferrari in Maranello unweit von Modena schloss seine Produktionswerke. Die Schäden an Monumenten und Gebäuden mit historischer Bedeutung seien unermesslich, sagten Experten des Kulturministeriums in Rom.

Feuerwehrmannschaften sollten das genaue Ausmaß der Schäden feststellen. Experten rechnen mit weiteren starken Nachbeben in den nächsten Stunden. "Die Lage ist sehr ernst, wir haben zahlreiche Verletzte", meldete der Bürgermeister des Ortes Concordia, Carlo Marchini.

Besonders betroffen seien Kirchen und Schlösser in den Provinzen Modena, Bologna und Ferrara. In San Felice sul Panaro nahe Modena stürzte ein auf vielen Titelblättern abgebildeter Turm ganz ein, von dem nach dem ersten Beben am 20. Mai nur noch die Hälfte mit einem in der Mitte abgebrochenen Ziffernblatt übrig geblieben war. In der nahe dem Epizentrum gelegenen Ortschaft Mirandola brach ein Teil des Domes ein. Auch in der Stadt wurde der Dom aus dem 16. Jahrhundert schwer beschädigt. Das Erdbeben hatte aber auch für historische Gebäude außerhalb der Emilia-Romagna Folgen: In Padua etwa fielen einige Fragmente der Basilika des Heiligen Anton herab, während sich mehrere Gläubige darin aufhielten.

Die Erdstöße waren im gesamten Norden Italiens von Südtirol über Mailand bis in die Toskana und Ligurien zu spüren. Das Nachbeben wurde auch in Kärnten deutlich registriert. Seismologe Anton Vogelmann sprach auf APA-Anfrage von mehr als 1.000 gemeldeten Wahrnehmungen seitens der Bevölkerung. Schäden gibt es laut Vogelmann nicht. Auch in Tirol war das Beben zu spüren.

Zugverkehr gestoppt
Das neuerliche Erdbeben hatte auch Auswirkungen auf die Bahn: Aus Sicherheitsgründen wurde der Zugverkehr in Bologna vorübergehend gestoppt. Dabei kam es bis zu zweistündigen Verspätungen. Auch die Mobilfunkverbindungen waren wegen des Erdbebens gestört. Die Universität Padua musste evakuiert werden. Auf der zentralen Piazza delle Erbe im Herzen Paduas wurden Einstürze gemeldet. In Bologna wurde die Universität geschlossen.

Italiens Premier Mario Monti zeigte sich bestürzt. "Der Staat wird alles  in seiner Macht Stehende unternehmen, um den Bürgern in dieser schwierigen Situation beizustehen", betonte Monti. Präsident Giorgio Napolitano appellierte an die Bevölkerung, nicht zu verzweifeln.

Hohes Erdbeben-Risiko
Die italienischen Geologen kritisieren mangelnde Vorsorge vor schweren Erdbeben. Fast drei Millionen Menschen leben in Gebieten mit einem "hohen Erdbeben-Risiko", 21 Millionen in Gebieten mit einem "erhöhten Erdbeben-Risiko. In Italien gebe es keine Kultur der Prävention, kritisierten die Geologen. 725 Gemeinden in Italien sind von der Erdbebengefahr schwer bedroht, ein erhöhtes Erdbeben-Risiko bestehe in 2.344 Gemeinden, vor allem in Mittel-und Süditalien. Auf seismischen Gebieten befinden sich zwölf Millionen Privatwohnungen und sechs Millionen öffentliche Gebäude
 

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