Autobombe - Polizei hat heiße Spur Autobombe - Polizei hat heiße Spur

N. Y. Times Square

© Screenshot YouTube

 

Autobombe - Polizei hat heiße Spur

Nach dem Anschlagsversuch in New York fahndet die Polizei der US-Metropole nach der Auswertung von Videomaterial nach einem Verdächtigen. Nach Angaben von Bürgermeister Michael Bloomberg gibt es keinen Hinweis darauf, dass eine Terroristengruppe hinter dem versuchten Anschlag am belebten Times Square stehen könnte. US-Präsident Barack Obama kündigte an, dass getan werde "was notwendig ist", um die Hintergründe aufzuklären.

Hunderte Stunden Videomaterial
Der Unbekannte im Alter zwischen 40 und 50 Jahren zog sein Hemd in der Nähe des Tatautos aus und steckte es "verstohlen" in eine Tasche, wie aus den am Sonntag veröffentlichten Aufnahmen hervorgeht. Er drehte sich außerdem um und schaute auf den Geländewagen, aus dem Rauch aufstieg.

Die New Yorker Polizei und FBI-Ermittler müssen nach eigenen Angaben noch Hunderte Stunden von Videomaterial aus Überwachungskameras vom Times Square auswerten. Der weltbekannte Platz wurde am Samstagabend für zehn Stunden gesperrt. Der Sprengsatz, der nicht funktionierte, wurde von einem Straßenhändler entdeckt, der die Polizei alarmierte.

82 Kameras am Times Square
Polizeichef Raymond Kelly teilte am Sonntag mit, dass "ein weißer Mann in den Vierzigern" von einer Überwachungskamera gefilmt wurde, wie er einen halben Straßenblock von dem mit Sprengstoff präparierten Auto entfernt seine Kleidung wechselte. Der Mann streifte demnach ein dunkles Hemd ab und trug darunter ein rotes Oberteil.

Kelly betonte, es bestehe die Möglichkeit, dass der gesuchte Mann unschuldig sei. Die vollständige Auswertung des Videomaterials von der Gegend um den Times Square werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. "Ich glaube wir haben 82 Kameras in dem Gebiet", sagte Kelly. Bisher sei lediglich das Material von 30 der Kameras gesichtet worden.

Keine Hinweise auf Taliban-Beteiligung
Die New Yorker Polizei hatte am Samstagabend einen Sprengsatz in einem Auto entschärft, das auf dem Times Square abgestellt worden war. In dem Nissan-Geländewagen wurden unter anderem Propangasbehältern, Benzinkanister und Feuerwerkskörper entdeckt. Bei einer Explosion hätte es nach Einschätzung Kellys einen "erheblichen Feuerball" und eine Explosion gegeben, die das Fahrzeug in Stücke gerissen hätte.

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Der Nissan, in dem später die Bombe gefunden wurde / Foto: EPA/NY Police Departement

Die Nummernschilder des Autos waren nach Angaben der Polizei ausgetauscht worden. Sie gehörten eigentlich zu einem anderen Fahrzeug, das in einer Werkstatt in Connecticut entdeckt wurde. Der Besitzer des Tatfahrzeugs sei aber bereits identifiziert, teilte die Polizei mit.

Bürgermeister Bloomberg zufolge haben die Ermittler bisher keine Hinweis darauf gefunden, dass eine Terroristengruppe hinter der versuchten Tat stehen könnte. "Es gibt keinen Beweis dafür, dass es Verbindungen zu Al-Kaida oder einer anderen großen terroristischen Organisation gibt", sagte Bloomberg am Sonntag.

Bekenner-Video nicht echt
Zuvor hatte bereits die New Yorker Polizei die Täterschaft einer pakistanischen Talibangruppe, die sich zu dem Anschlagsversuch bekannt hatte, in Zweifel gezogen. "Auch wenn sich ein Taliban-Bomber bekannt hat - wir haben keinen Beweis, der dieses Bekenntnis stützen würde", sagte Polizeichef Kelly.

Auf dem Internet-Portal YouTube war zeitweilig ein Video aufgetaucht, in dem sich die Taliban-Gruppe Tehreek-e-Taliban zu dem Anschlagsversuch bekannte. Das auf die Beobachtung islamistischer Internetseiten spezialisierte US-Unternehmen IntelCenter teilte mit, dass es Zweifel an der Echtheit des Videos gebe; eine weitere Auswertung sei nötig.

Präsident Obama teilte am Sonntag am Rande seines Besuchs im US-Bundesstaat Louisiana in Venice mit, dass getan werde, "was notwendig ist, um die Sicherheit des amerikanischen Volkes zu gewährleisten und zu ermitteln, wer hinter diesem potenziell tödlichen Akt steckt". Die Behörden in New York hätten die "volle Unterstützung" der Regierung in Washington, sagte Obama.

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