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Vater & Tochter verschluckt

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Noch 29 Vermisste nach Schiffsunglück

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Vier Tage nach der Havarie der Costa Concordia werden noch 29 Passagiere vermisst. Für sie gibt es kaum Hoffnung.

Es sind Tage des Banges. „Die Hoffnungen, jetzt noch Überlebende zu finden, werden immer geringer“, sagte gestern auch der Bürgermeister von der Insel Giglio Sergio Ortelli. Von insgesamt 29 Personen, davon sind die meisten Touristen und einige Besatzungsmitglieder, fehlt auch vier Tage nach dem Unglück jede Spur. Taucher suchen im Wrack – ergebnislos. Die Zahl der Vermissten wurde Montagnacht noch nach oben korrigiert. Zuvor gingen die Behörden von lediglich 16 vermissten Personen aus, darunter 11 Deutsche.

Diashow Concordia: Unterwasser-Fotos des Wracks

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Schweres menschliches Versagen seitens des Kapitäns könnte nach Angaben des Eigners der "Costa Concordia" zur Havarie des Kreuzfahrtschiffes geführt haben.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

"Es scheint, dass der Kommandant Beurteilungsfehler gemacht hat, die schwerste Folgen gehabt haben", teilte die in Genua ansässige Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere mit.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Sie ging damit auf Distanz zu Kapitän Francesco Schettino, der das Schiff mit mehr als 4.200 Menschen an Bord am Freitagabend zu dicht an die Insel Giglio vor der toskanischen Küste gesteuert haben soll, wo es auf einen Felsen lief und leckschlug.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Bergungsmannschaften setzten unterdessen am Montag in der Früh die Suche nach den noch vermissten Passagieren und Besatzungsmitgliedern fort.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Mehr als zwei Tage nach dem Kentern des Schiffes wurden immer noch 15 Menschen vermisst.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Unterdessen wurde auch mit den Vorbereitungen für ein Leerpumpen der Öltanks der "Costa Concordia" begonnen.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Die niederländische Bergungsfirma Smit sei vom Eigner und dem Versicherer des Kreuzfahrtschiffs mit den Pumparbeiten beauftragt worden.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Der Kapitän sitzt seit Samstag in Untersuchungshaft.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Es sehe so aus, als seien die Entscheidungen des Kapitäns in der Notsituation nicht den üblichen Regeln von Costa Crociere gefolgt, erklärte die Reederei.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Zugleich wurde der Vorwurf einiger Passagiere zurückgewiesen, dass bei der Evakuierung in der Nacht auf Samstag nicht genügend Schwimmwesten zur Verfügung gestanden hätten. An Bord hatten sich auch 77 Österreicher befunden, die alle unverletzt davonkamen.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Dem Kapitän droht unter anderem ein Verfahren wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung. Berichten zufolge soll er das Schiff so dicht an die Insel herangesteuert haben, um Touristen im Hafen mit dem Signalhorn grüßen zu können.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Die Kreuzfahrtgesellschaft ging in ihrer Erklärung nicht weiter auf die Vorwürfe ein.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Einzelheiten zum Hergang des Unglücks erhofft man sich von der Auswertung der Blackbox des Schiffes, die ähnlich wie in Flugzeugen Kommunikation auf der Brücke und Steuerbefehle aufzeichnet.

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114.500-Tonnen-Schiff bewegte sich 9 Zentimeter
Montagmittag dann der nächste Schock: Kurzfristig mussten die Bergungsarbeiten im und um das Schiffswrack herum vollkommen eingestellt werden. Alle Retter wurden aus der Gefahrenzone gebracht, denn: Die 114.500 Tonnen schwere Costa Concordia hatte begonnen sich zu bewegen. Die Feuerwehr vor Ort spricht von bis zu neun Zentimetern. Ein Abrutschen in tiefere Gewässer war nicht mehr auszuschließen.

Ursache für diese Verschärfung: Schon den gesamten Tag hingen tiefe Wolken über der Unglücksstelle. Der Seegang wurde dramatisch, auch der heftige Wind setzte den Helfern zu. Für kommenden Donnerstag rechnen Wetter-Experten nun sogar mit einem Sturmtief. Auch die Bergung des Luxus-Liners könnte dann gefährdet sein .

>>> Alle Details zur Bergung der "Costa Concordia" lesen sie hier.

Diashow Wetter-Chaos: Suche eingestellt

Für die Vermissten schwindet die Hoffnung auf Rettung

Inzwischen verschlechterten sich die Wetterbedingungen vor der Insel Giglio. Die Costa Concordia begann, sich sichtbar zu bewegen

Für die Vermissten schwindet die Hoffnung auf Rettung

Die Costa Concordia begann, sich sichtbar zu bewegen.

Für die Vermissten schwindet die Hoffnung auf Rettung

Daraufhin wurde aus Sicherheitsgründen beschlossen, die Suche nach Überlebenden im Wrack vorübergehend auszusetzen.

Für die Vermissten schwindet die Hoffnung auf Rettung

Wenn sich das Schiff weiterhin bewegt, besteht höchste Gefahr für die Taucher", erklärte Umweltminister Corrado Clini.

Für die Vermissten schwindet die Hoffnung auf Rettung

Die Reederei Costa Crociere, Betreiber der "Costa Concordia", warf dem Kapitän "Fehlentscheidungen" vor. Er habe sich nicht an Bestimmungen gehalten.

Für die Vermissten schwindet die Hoffnung auf Rettung

"Die Route des Schiffs führte offenbar zu nahe an der Küste vorbei, wobei sich die Einschätzung des Kapitäns für einen Notfall nicht mit den von Costa vorgegebenen Standards deckte", heißt es in einer Presseaussendung der Costa Crociere.

Für die Vermissten schwindet die Hoffnung auf Rettung

Schettino sei 2002 als Sicherheitsoffizier zu Costa gekommen und 2006 zum Kapitän ernannt worden.

Für die Vermissten schwindet die Hoffnung auf Rettung

Der Eigner des havarierten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia", Carnival, ist an der Londoner Börse massiv abgestraft worden.

Für die Vermissten schwindet die Hoffnung auf Rettung

Die Titel fielen am Montag in der Spitze um knapp 29 Prozent auf ein Zweieinhalb-Jahrestief.

Für die Vermissten schwindet die Hoffnung auf Rettung

Dabei wechselten binnen der ersten Handelsstunde fast viermal so viele Aktien den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag.

Für die Vermissten schwindet die Hoffnung auf Rettung

Carnival bleibt nach eigenen Angaben auf einem Schaden von rund 85 bis 95 Mio. Dollar (bis zu 74,4 Mio. Euro) sitzen, allein schon weil das vor der italienischen Küste gesunkene Schiff voraussichtlich das ganze Jahr nicht einsetzbar sein wird.

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Bisher wurden sieben Tote der Schiffs-Tragödie geborgen
Unterdessen hoffen Angehörige der Vermissten auf das Unmögliche. Mit unter den Opfern: Insgesamt zehn deutsche Urlauber und die kleine, fünfjährige Dyana Arlotti. Sie war mit ihrem Vater Williams Arlotti (37) und seiner Verlobten Michaela Maroncelli (32) auf Reisen. Zwar konnte sich die 32-Jährige in Sicherheit bringen, von Vater und Tochter aber gibt es noch immer kein Lebenszeichen.

Im Rumpf finden die Helfer nur mehr Tote: Montagfrüh wurden zwei weitere Leichen im Schiffswrack gefunden. Die Zahl der Toten liegt nun bei 7, darunter zwei Franzosen, ein Spanier und ein Peruaner, zwei Italiener. Am Nachmittag wurde die Suche wieder aufgenommen.

Diashow Blick ins Innere des Luxus-Liners

Der Kreuzer ist einer der größten der Welt

Die "Costa Concordia" gehört nach Angaben des Eigners zu den neuesten und größten Kreuzfahrtschiffen, die derzeit auf den Meeren unterwegs sind.

Der Kreuzer ist einer der größten der Welt

Sie wurde 2006 gebaut und bietet in 1.500 Kabinen Platz für 3780 Passagiere.

Der Kreuzer ist einer der größten der Welt

Betreiber ist das italienische Kreuzfahrtunternehmen Costa Crociere mit Sitz in Genua.

Der Kreuzer ist einer der größten der Welt

Das Schiff misst 290 Meter und ist rund 40 Meter breit. Es schafft bei 114.500 Bruttoregistertonnen eine maximale Geschwindigkeit von 23 Knoten (rund 43 Stundenkilometer).

Der Kreuzer ist einer der größten der Welt

1.100 Besatzungsmitglieder kümmern sich um die Gäste.

Der Kreuzer ist einer der größten der Welt

An Bord befinden sich auf 17 Decks neben fünf Restaurants auch ein Theater, ein Kino sowie Clubs und Diskotheken.

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Kapitän: 
Unglück wegen Facebook-Spaß?

Steuerte Kapitän Schettino Schiff an Felsen, um einem Mitarbeiter eine Freude zu machen?

Die Schlinge zieht sich immer weiter zu: Schon seit Samstag sitzt der Kapitän der Costa Concordia, Francesco Schettino (50), in Grosseto in Untersuchungshaft. Der Vorwurf: Er habe das Unglücksschiff, um Aufsehen zu erregen, viel zu nah an der Küste vorbeimanövriert.

Diashow Der Kapitän: Er sitzt nun in U-Haft

Schwere Vorwürfe gegen den Schiffs-Kapitän

Der Kapitän sitzt seit Samstag in Untersuchungshaft.

Schwere Vorwürfe gegen den Schiffs-Kapitän

Francesco Schettino droht unter anderem ein Verfahren wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung.

Schwere Vorwürfe gegen den Schiffs-Kapitän

Medienberichten zufolge soll der Kapitän mehrfach von der Küstenwache aufgefordert worden sein, wieder an Bord zu gehen, um die Evakuierung seines Schiffes zu koordinieren.

Schwere Vorwürfe gegen den Schiffs-Kapitän

Dies habe er jedoch nicht getan. Auch einen "SOS"-Ruf soll es nicht gegeben haben.

Schwere Vorwürfe gegen den Schiffs-Kapitän

24 Stunden nach dem Unglück wurde dieses Paar gerettet...

Schwere Vorwürfe gegen den Schiffs-Kapitän

...es befand sich auf ihren Flitterwochen auf dem Luxus-Liner.

Schwere Vorwürfe gegen den Schiffs-Kapitän

Noch immer werden 16 Passagiere vermisst.

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Unklar ist, ob auch sie eine glückliche Rettung erfahren können wie diese Dame.

Schwere Vorwürfe gegen den Schiffs-Kapitän

Das Schiff jedenfalls droht zu sinken.

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Gefallen
Und genau dies wird nun immer wahrscheinlicher: Wie jetzt bekannt wurde, postete die Schwester des Oberkellners der Costa Concordia am Freitag um 21.08 Uhr auf Facebook: „In Kürze wird die Concordia mit meinem Bruder sehr, sehr nah an uns vorbeifahren.“ Hat Schettino also das riskante Manöver sogar im Vorfeld geplant, um seinem Kollegen einen Gefallen zu tun?

Dienstag, spätestens aber am Mittwoch, wird der Kapitän nun erstmals vor Gericht einvernommen werden. Auch gegen drei weitere Offiziere wird jetzt ermittelt.


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