Nordkorea versetzt Militär in Bereitschaft Nordkorea versetzt Militär in Bereitschaft

Konflikt eskaliert

© AP

 

Nordkorea versetzt Militär in Bereitschaft

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-il hat einem Agenturbericht zufolge das Militär seines Landes in Kampfbereitschaft versetzt. Der Befehl sei von einem ranghohen Militär verbreitet worden, meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Dienstag unter Berufung auf Informationen, die Beobachter Nordkoreas erhalten hätten. Die Spannungen zwischen beiden Ländern hatten in den vergangenen Tagen erheblich zugenommen. Eine internationale Expertenkommission war vergangene Woche zu dem Schluss gekommen, dass ein nordkoreanisches U-Boot das südkoreanische Kriegsschiff "Cheonan" Ende März mit einem Torpedo versenkte. Dabei kamen 46 Seeleute ums Leben. Die nordkoreanische Führung hat jede Verantwortung für den Zwischenfall unweit der umstrittenen Seegrenze beider Länder bestritten.

Handelssanktionen gegen Nordkorea
Südkorea hat als Reaktion auf den Untergang der "Cheonan" Handelssanktionen gegen Nordkorea beschlossen und eine Aufrüstung angekündigt. Seine Regierung werde den Fall vor den UNO-Sicherheitsrat bringen, sagte Präsident Lee Myung-bak am Montag. Südkorea und sein Verbündeter USA planen zudem zwei gemeinsame Seemanöver vor der koreanischen Halbinsel, wie Pentagonsprecher Bryan Whitman in Washington mitteilte.

Der aus Südkorea stammende UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon sagte, die Beweislage gegen das stalinistisch geführte Nordkorea sei "erdrückend und sehr besorgniserregend". Er erwarte, dass der Weltsicherheitsrat "der Ernsthaftigkeit der Lage angemessene Maßnahmen" ergreifen werde. Wie Washington stellte sich auch Paris hinter Südkorea: "Frankreich wird sich an der Seite seiner Partner im Weltsicherheitsrat dafür einsetzen, dass diese Aggression nicht ungestraft bleibt", teilte das Außenministerium am Montagabend mit.

Immer noch Kriegszustand
Offiziell befinden sich das kommunistische Nordkorea und das kapitalistische Südkorea noch immer im Kriegszustand, da beide Staaten nach dem Korea-Krieg (1950 bis 1953) kein Friedensabkommen schlossen. Nordkorea erkennt die sogenannte Nördliche Grenzlinie vor der Westküste nicht an. Sie wurde zum Ende des Korea-Kriegs einseitig von einem UNO-Kommando gezogen. Im Gebiet der innerkoreanischen Seegrenze kam es in der Vergangenheit häufig zu Zwischenfällen.

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Live auf oe24.TV 1 / 10

Top Gelesen 1 / 5

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.

Es gibt neue Nachrichten
auf oe24.at
Jetzt Startseite laden
Abbrechen