Obama rügt Rassismus in den USA

Auftritt in Talkshow

© AP

Obama rügt Rassismus in den USA

US-Präsident Barack Obama hat in einem Talkshow-Auftritt die Medienkultur und noch immer nicht ganz überwundenen Rassismus in den USA kritisiert. Die erzwungene Entlassung einer dunkelhäutigen Ministeriumsmitarbeiterin nannte er am Donnerstag im Fernsehsender ABC einen "heuchlerischen Streit", der von einer Medienkultur verstärkt worden sei, in der die Tatsachen nicht immer korrekt wiedergegeben würden.

"Es gibt da draußen noch immer Ungleichheiten", sagte der erste dunkelhäutige Präsident der Vereinigten Staaten. "Es gibt immer noch Diskriminierung. Aber wir haben Fortschritte gemacht."

Blogger schneidet Rede zurecht
Shirley Sherrod wurde von Landwirtschaftsminister Tom Vilsack entlassen, nachdem ein Blogger aus einer Rede der Ministerialbeamtin zitiert hatte. Sie hatte im März erklärt, sie habe vor 24 Jahren einen weißen Farmer nicht in dem Umfang unterstützt, wie ihr das möglich gewesen wäre. Der Mann habe sich ihr gegenüber überheblich verhalten, sagte Sherrod, die damals für eine Nonprofit-Organisation arbeitete.

Dieser von dem Blogger verbreitete und unter anderem vom Fernsehsender Fox aufgegriffene Filmausschnitt wurde allerdings aus dem Zusammenhang gerissen: Sherrod hatte den Fall des weißen Farmers als Beispiel dafür geschildert, dass sie selbst Vorurteile überwinden musste. Sie habe dem Mann zunächst nur so viel geholfen, dass sein Fall gerade so weiter vorangekommen sei, erklärte Sherrod bei dem NAACP-Bankett im März. Schließlich habe ihr die Situation aber "die Augen geöffnet" und gezeigt, dass Weiße genauso zu kämpfen hätten wie Schwarze. Diesen Teil der Ansprache hatte der Blogger verschwiegen.

Obama erhält nur noch harmlose E-Mails
Nachdem der volle Wortlaut der Rede bekanntwurde, bot Vilsack Sherrod ihren Ministeriumsposten wieder an. Obama sagte in "The View", in dem Fall hätten viele Leute überreagiert, "einschließlich Leute in meiner Regierung".

Obama trat erstmals in seiner Amtszeit in einer TV-Talkshow auf. Er räumte ein, dass die wirtschaftliche Erholung schleppend verlaufe, lobte aber, es sei ermutigend, "wie belastbar das amerikanische Volk ist". Er ließ ein Interesse für Klatsch und Tratsch erkennen und gab zu, dass er wisse, dass Filmschauspielerin Lindsay Lohan im Gefängnis sei. Einer Frage, ob Mel Gibson eine Therapie zur Aggressionsbewältigung machen sollte, wich er aber aus: Lieber beantworte er eine Frage über Afghanistan.

Zu den Erfahrungen im Weißen Haus gehöre auch, dass in seinem E-Mail-Fach nur noch offizielle bis eher langweilige elektronische Post ankomme, berichtete Obama. Weil Absender damit rechnen müssten, dass ihre Botschaften auf Antrag offen gelegt werden müssen, seien sie sehr vorsichtig, sagte Obama. "Niemand will mir den wirklich spannenden Kram schicken", klagte er. "Es ist alles sehr förmlich."

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