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Ölpest macht die Arbeiter krank Ölpest macht die Arbeiter krank

Aufräumen im Golf

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Ölpest macht die Arbeiter krank

Alle 125 an den Reinigungsarbeiten beteiligten Fischerboote vor der ölverseuchten Küste von Louisiana wurden jedenfalls vorerst zurückbeordert, weil einige Besatzungsmitglieder krank geworden sind. Vier Crewmitglieder von drei kommerziellen Fischerbooten hätten über Übelkeit, Schwindel, Kopfweh und Brustschmerzen geklagt, so die Küstenwache.

Beim jüngsten Versuch einer Abdichtung des Öllecks im Golf von Mexiko kommt der Konzern BP offenbar gut voran. Allerdings könne man frühestens am Donnerstagabend sagen, ob die Operation "Top Kill" erfolgreich sei, sagte BP-Chef Tony Hayward in Houston. BP hat am Mittwoch damit begonnen, Schlamm und Zement in die undichten Stellen am Meeresboden zu pumpen. Misslingt dies, fließt im schlimmsten Fall noch mehr Öl als bisher ins Meer.

Mit "Top Kill" gegen die Ölpest: Hier geht es zum Livestream.

Bis jetzt gebe es keine Probleme, erklärte der Mineralölkonzern. BP-Manager Doug Suttles versicherte, das Unternehmen tue alles, um zu verhindern, dass weiter Öl ins Meer ströme. "Wir erledigen diesen Top-Kill-Job so zügig und effizient wie möglich", sagte er am Mittwochabend (Ortszeit). BP bezifferte die Erfolgschancen der Aktion auf 60 bis 70 Prozent.

"Keine Nachrichten sind gute Nachrichten", sagte Admiral Thad Allen von der US-Küstenwache, der die umstrittene Operation überwachte. Nun müsse man abwarten.

Offenbar mehr Öl ausgetreten als angenommen
Niemand weiß genau, wie viel Öl seit der Explosion der Bohrplattform "Deepwater Horizon" Mitte April bereits ausgetreten ist. Nach Angaben des nationalen geologischen Instituts USGS liegen die Schätzungen mehrerer Regierungsexpertenteams zwischen 12.000 und 25.000 Barrel pro Tag. Das wäre bis zu fünf Mal soviel wie der britische Energiekonzern BP bisher vermutet hat.

Hoffnung auf "Top Kill"
Die Gesundheitsbeschwerden der Helfer werfen Fragen nach der Sicherheit bei den Reinigungsbemühungen sowie nach der Giftigkeit der Chemikalie auf, die BP über dem Golf von Mexiko verstreut hatte, um den Ölteppich zu zersetzen.

Sollte die "Top Kill"-Methode scheitern, werde es noch schwieriger werden, das Bohrloch zu schließen, sagte der Experte Anil Kulkarni von der Pennsylvania State University. BP könnte in diesem Fall erneut versuchen, einen kleineren Deckel über das Loch zu platzieren - ein erster Versuch hatte in den vergangenen Wochen keinen Erfolg. Gestoppt werden könnte der Ölaustritt auch mit einem weiteren Bohrloch, allerdings könnte bis dahin Monate vergehen.

topkill

So läuft das "Top Kill"-Verfahren ab / Grafik: BP

Riesige Ölwolke unter der Meeresoberfläche entdeckt
Indessen haben Meeresforscher im Golf von Mexiko einen neuen Ölschwaden mit gigantischen Ausmaßen unter der Wasseroberfläche entdeckt. Der Schwaden reiche von kurz unter der Wasseroberfläche bis in eine Tiefe von 1.000 Meter und sei fast zehn Kilometer breit, sagte ein Wissenschafter der Universität South Florida, David Hollander.

Das Ölgebilde erstrecke sich auf einer Länge von 35 Kilometern nordöstlich des Öllecks in Richtung Mobile Bay in Alabama. Es ist bereits der zweite große unterseeische Ölschwaden, der nach der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April entdeckt wurde.

Ölförderung in Arktischem Ozean gestoppt
Als Konsequenz aus der Ölpest im Golf von Mexiko will die US-Regierung die Ölförderung im Arktischen Ozean vorerst auf Eis legen. Innenminister Ken Salazar fordert zunächst weitere Untersuchungen zur Bohrtechnologie und zu möglichen Reaktionen auf einen sogenannten Blowout, also das unkontrollierte Austreten von Öl ins Meer. Das verlautete aus Regierungskreisen in Washington.

Demnach lehnt der Innenminister Genehmigungen für Explorationsbohrungen in der Arktis vor 2011 ab. Der Ölkonzern Shell wollte damit eigentlich in diesem Sommer beginnen. Salazar will seinen Bericht am (heutigen) Donnerstag im Weißen Haus vorlegen.

US-Präsident Barack Obama kündigte für den gleichen Tag eine Pressekonferenz in Washington an, bevor er am Freitag in der Katastrophenregion in Louisiana erwartet wurde. Im Kongress waren am Donnerstag zudem fünf Anhörungen zu der Ölpest angekündigt, darunter zur Reaktion der Regierung und den Auswirkungen auf die Umwelt.

Leiterin der Behörde zur Bohr-Überwachung entlassen
Die US-Regierung hat zudem nach Angaben demokratischer Politiker in Washington die bisherige Leiterin der Behörde zur Überwachung der Ölbohrungen entlassen.

Elizabeth Birnbaum war vorgeworfen worden, dass die Überwachung der Ölindustrie zu lasch gewesen sei. Birnbaum hatte das Amt seit Juli 2009 geleitet. Ihre Entlassung werde Obama am Donnerstag bekanntgeben, hieß es.

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