Niederlande

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Österreicher bei Greenpeace-Aktion verhaftet

Sie wollten Umweltverschmutzung verhindern und gerieten dabei selbst ins Visier der Polizei. Mehr als 40 Greenpeace-Aktivisten wurden heute in Rotterdam von niederländischen Sicherheitsbeamten in Gewahrsam genommen und kamen erst nach mehreren Stunden wieder frei.

Mit allen Mitteln hatten die Umweltschützer gestern versucht, das Einlaufen des russischen Öltankers „Mikhail Ulyanov“ in den Rotterdamer Hafen zu verhindern. Der Grund: Das Schiff sollte erstmals Öl aus der Arktis nach Europa liefern. Dessen Förderung gefährde laut Greenpeace nämlich nicht nur das dortige Ökosystem. „Sie ist auch kaum zu kontrollieren“, erklärt Greenpeace-Sprecherin Christine Gebeneter gegenüber ÖSTERREICH.

Österreicher verhaftet
Der Physik-Student Gernot Goldmann (25) war daraufhin heute Früh auf einen Kran geklettert und hatte es so geschafft, die Entladung der „Mikhail Ulyanov“ zumindest für einige Stunden zu verzögern. Der 25-Jährige zu seinen Beweggründen: „Die Arktis ist eines meiner Lieblingsgebiete. Sollte es dort zu einer Ölpest kommen, gibt es kaum Möglichkeiten darauf zu reagieren und Säuberungsarbeiten durchzuführen."

Auch der 30-jährige Steirer Thomas Winter war heute vor Ort. Der Umwelt-Schützer lenkte eines der Greenpeace-Schlauchboote im Hafen und wurde nicht verhaftet.
 

"Polizei stoppte uns mit Schlagstöcken"

ÖSTERREICH: Wie geht es Ihnen jetzt nach der Aktion?
Gernot Goldmann: Es war ein ziemlich aufregender Tag, aber am Schluss auch sehr traurig, weil das Arktis-Öl eben doch im Hafen von Rotterdam angekommen ist.

ÖSTERREICH: Wie lief Ihre Verhaftung genau ab?
Goldmann: Wir haben versucht im Hafen auf einen Zapfhahn zu kommen, um dort das Abpumpen zu verhindern. Allerdings war die Polizei dann doch so massiv vertreten, dass wir nicht weit kamen.

ÖSTERREICH: Was passierte dann?
Goldmann: Wir wurden mit Schlagstöcken gestoppt, unter Arrest gesetzt und zwei Stunden lang festgehalten.

ÖSTERREICH: Was macht das Öl aus der Arktis so viel gefährlicher, als Öl aus anderen Regionen?
Goldmann: Die Wetterlage in der Arktis ist beispielsweise wesentlich schlimmer, es gibt extremere Stürme. Man kann dort nicht sicher bohren. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dort etwas passiert.
 

Autor: Dana Müllejans
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