Opposition ruft zu Generalstreik auf

Protest in Ägypten

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Opposition ruft zu Generalstreik auf

Trotz einer Umbildung der ägyptischen Regierung hat die Opposition den Druck auf Staatschef Hosni Mubarak weiter verstärkt. Die Bewegung unter Führung von Friedensnobelpreisträger Mohamed ElBaradei rief ihre Anhänger für Dienstag zum Generalstreik und zu einem "Marsch der Million" auf. Mubarak entließ unter anderem den verhassten Innenminister Habib al-Adli, der für das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten verantwortlich gemacht wurde.

Gesamter Zugverkehr eingestellt
Nachdem Arbeiter in Suez am Sonntagabend zu einem Streik aufgerufen hatten, schloss sich die ägyptische Oppositionsbewegung dem Aufruf am Montag an. Der Generalstreik solle so lange dauern, "bis unsere Forderungen erfüllt werden", sagte Oppositionsvertreter Mohamed Waked. Als Reaktion auf die Ankündigung wurde der gesamte Zugverkehr im Land eingestellt, wie das Staatsfernsehen mitteilte. Die Opposition in Alexandria beschloss daraufhin, am Dienstag zusätzlich zum Protestmarsch in Kairo auch in Ägyptens zweitgrößter Stadt einen "Marsch der Million" zu organisieren.

Regierungschef mit Reformkurs beauftragt
Mubarak bemühte sich, Forderungen der Demonstranten nachzukommen. Innenminister Adli wurde im Zuge der Regierungsneubildung von General Mahmud Wagdi abgelöst. Zuvor hatte Mubarak seinen neuen Regierungschef Ahmed Shafik mit einem Reformkurs beauftragt. Dies hielt die Demonstranten jedoch nicht ab, weiterhin den Rücktritt der Regierung zu fordern.

Unterdessen wurde bekannt, dass Israel in einer geheimen Mitteilung den Westen offenbar zur Unterstützung der ägyptischen Regierung aufforderte. Es sei "im Interesse des Westens" und des "gesamten Nahen Ostens, die Stabilität des ägyptischen Regimes aufrechtzuerhalten", zitierte die Zeitung "Haaretz" am Montag aus der Mitteilung von Ende vergangener Woche. US-Präsident Barack Obama rief am Sonntag zu einem "geordneten Übergang" in Kairo auf, Mubaraks Rücktritt forderte Washington bisher nicht.

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