Papst beginnt seine heikle Mission

Benedikt XVI. auf der Insel

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Papst beginnt seine heikle Mission

Papst Benedikt XVI. hat seinen historischen Staatsbesuch in Großbritannien begonnen. Der Heilige Vater traf am Donnerstagvormittag in der schottischen Stadt Edinburgh zu einer viertägigen Visite ein. Es handelt sich um die wichtigste und heikelste Reise des Jahres. So fällt der erste offizielle Staatsbesuch eines Papstes im Vereinigten Königreich in eine schwierige Zeit: Seit Monaten belastet der Skandal um sexuellen Missbrauch hinter Kirchenmauern die katholische Kirche schwer.

Queen Elizabeth II. empängt Papst
Benedikt verließ Rom am frühen Morgen vom Flughafen Ciampino aus. Um 11.30 Uhr (MESZ) sollte er im schottischen Edinburgh landen, um dann von Queen Elizabeth II. in ihrem schottischen Palast Holyrood empfangen zu werden. Den 83-jährigen erwartet ein dichtes Programm.

Jeweils zwei Etappen in Schottland und in England mit insgesamt 13 Ansprachen stehen bis zum Sonntag an. Bei den vier großen öffentlichen Auftritten werden insgesamt mehr als 250.000 Gläubige erwartet. Als Höhepunkt der Reise gilt die Seligsprechung John Henry Newmans, eines Wanderers zwischen der anglikanischen und der katholischen Kirche.

Erster Papst-Staatsbesuch seit fast 50 Jahren
Nur etwa jeder zehnte Brite ist Katholik. Der größte Teil der Christen im Königreich gehört der "Church of England" an, die im 16. Jahrhundert durch die Abspaltung König Heinrichs VIII. vom Vatikan entstanden war. Als erster Papst nach der Kirchenspaltung hatte Johannes Paul II. Großbritannien 1982 eine Pastoralvisite abgestattet. Benedikt XVI. ist aber der erste Papst seit fast einem halben Jahrhundert, der einen offiziellen Staatsbesuch im Vereinigten Königreich absolviert.

Die meisten der 25 Millionen Anglikaner sind jedoch nur "Taufscheinchristen". Bei den aktiven Kirchenmitgliedern haben die Katholiken mit der englischen Staatskirche gleichgezogen, geht aus jüngsten Statistiken hervor. Wie die Zeitung "The Times" berichtet, besucht jeweils knapp eine Million Gläubige die katholischen bzw. anglikanischen Sonntagsmessen. Zum Aufschwung der katholischen Kirche in den vergangenen Jahren dürften auch die hunderttausenden katholischen Polen beigetragen haben, die nach der EU-Erweiterung als Gastarbeiter auf die Insel gekommen sind.
 

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