Parlament berät über Berlusconis Sexaffäre

Italien

Parlament berät über Berlusconis Sexaffäre

Der Skandal um die Beziehung zwischen Berlusconi und einem minderjährigen Model marokkanischer Abstammung Karima El Mahroug beschäftigt jetzt auch das Parlament in Rom. Innenminister Roberto Maroni verteidigte am Dienstagabend das Verhalten der Mailänder Polizei, die das im Mai wegen Diebstahls festgenommene Model identifiziert und es einer Bekannten anvertraut hatte, die vom italienischen Premierminister entsendet worden war, um dem damals noch siebzehnjährigen Mädchen die Haft zu ersparen.

Die Beziehung zu Karima könnte Berlusconi zum Verhängnis werden: Am 27. Mai, nachdem die junge Marokkanerin wegen des Diebstahls von 3.000 Euro in der Wohnung einer Freundin festgenommen worden war, schaltete sich der Regierungschef persönlich bei der Mailänder Polizei ein, damit Karima freikommen könne.

Nach Aussagen der Polizei habe Berlusconi die Freilassung erwirkt, weil er darauf hingewiesen habe, dass das Mädchen eine Verwandte des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak sei. Deswegen müsse der Fall ohne großes Aufsehen gelöst werden, habe er gesagt. Innenminister Maroni versicherte, der Polizei sei nichts vorzuwerfen, weil sie bei der Behandlung des Falls nach den Prozeduren agiert habe.

Mit dem Fall beschäftigt sich am heutigen Mittwoch auch der parlamentarische Ausschuss für die Kontrolle der Geheimdienste. Der vom Ex-Premier Massimo D'Alema geführte Ausschuss hat Berlusconi aufgerufen, ihm über Fragen rund um seine Sicherheit zu berichten. "Die Geheimdienste kümmern sich um die Sicherheit des Ministerpräsidenten, wir wollen dieses Thema vertiefen", sagte D'Alema.

Da nach Medienangaben Prostituierte regelmäßig in seinen Villen verkehren, gegen die auch wegen Drogenhandels ermittelt werde, müsse die Frage der Sicherheit des Premiers vertieft werden, meinte D'Alema.

Die Opposition fordert Berlusconis Rücktritt, weil er der minderjährigen Marokkanerin, die in seiner Mailänder Villa verkehrte, eine mögliche Haftstrafe erspart haben soll. Die Opposition warf ihm deswegen Machtmissbrauch vor. Selbst von Zeitungen, die seiner Familie gehören, musste der Ministerpräsident Kritik dafür einstecken, dass er sich in einen möglichen Kriminalfall eingemischt habe.

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