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Piloten waren nicht mit Tupolew vertraut

Kaczynski-Tod

© EPA

Piloten waren nicht mit Tupolew vertraut

Nach dem Absturz der polnischen Präsidentenmaschine deuten die Ermittlungen russischen Medienberichten zufolge weiter auf einen Pilotenfehler hin. "Eine Analyse der Beweismittel, darunter erste Ergebnisse der Auswertung der Flugschreiber, zeigen, dass ein Pilotenfehler zu dem Unglück führte", meldete die Nachrichtenagentur Interfax am Donnerstag unter Berufung auf Ermittlerkreise. Die Piloten seien möglicherweise nicht mit den Besonderheiten der Steuerung des Flugzeugtyps Tupolew-154 vertraut gewesen. So verliere die Maschine russischer Bauart nach einem starken Sinkflug auch bei waagerechter Flugbahn zunächst weiter an Höhe.

Russische Behörden hatten technisches Versagen als Ursache für die Tragödie ausgeschlossen. Nach dem Unglück waren Spekulationen laut geworden, dass die Piloten unter Druck gesetzt worden sein könnten, das Flugzeug trotz schlechten Wetters zu landen. Zwei der drei Flugschreiber werden laut Interfax von polnischen und russischen Ermittlern in Moskau gemeinsam ausgewertet. Die Daten eines dritten Flugschreibers werden demnach in Polen untersucht.

Komorowski nimmt sich Zeit
Bei dem Unglück am Samstag nahe der westrussischen Smolensk waren alle 97 Insassen ums Leben gekommen, darunter der polnische Staatschef Lech Kaczynski, seine Ehefrau Maria sowie zahlreiche Mitglieder der polnischen Führungselite. Das Präsidentenpaar soll am Sonntag in einem Staatsbegräbnis in Krakau beigesetzt werden.

Übergangspräsident Bronislaw Komorowski kündigte an, sich bei der Entscheidung über die Nachfolge für den ebenfalls verunglückten Zentralbankchef Slawomir Skrzypek Zeit zu nehmen. "Ich möchte in dieser Frage nichts übereilen", sagte Komorowski am Donnerstag dem Radiosender RMF. Bis Ende der Woche erwarte er ein Rechtsgutachten seiner Berater zur Nachfolge an der Spitze der Zentralbank. In der kommenden Woche könne er dann mehr zu seiner Haltung in dieser Frage sagen, so Komorowski.

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