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Portisch: "Trumps Rede war reiner Populismus"

Österreichs Spitzen-Journalist Hugo Portisch verfolgte die Rede von Donald Trump und bewertet sie im ÖSTERREICH-Interview.

ÖSTERREICH: Wie schätzen Sie Donald Trumps Antrittsrede ein?

Hugo Portisch: Trumps Rede war durch und durch populistisch – so hätten auch Europas beste Populisten gesprochen. Trump hat in dieser Rede seinen Wahlkampf fortgesetzt, er hat seine Wähler angesprochen. Er hat die Kurve zwischen populistischer Wahlkampfrede und Präsidenten-Rede nicht gekratzt. Er hat als Wahlkämpfer gesprochen.

ÖSTERREICH: Kann man trotzdem irgendwelche Ziele und Pläne erkennen?

Portisch: Trump betonte: „America first“. Das bedeutet: Es werden alle Handelsabkommen aufgelöst – mit China, mit Mexiko. Die Nato wird zumindest in Frage gestellt. Trump bringt sich gegen die bisherigen Verbündeten und Handelspartner in Stellung. Motto: Bisher haben wir immer bezahlt, und die anderen haben sich auf unsere Kosten vollgefressen.

ÖSTERREICH: Das heißt, Trump blieb inhaltlich noch völlig vage.

Portisch: Trumps Rede war jedenfalls nicht aufklärend. Über den reinen Populismus – mehr Jobs für Amerikaner, kauft amerikanisch usw. – kam er nicht hinaus. Denn, mit welchen Methoden er das durchzusetzen gedenkt, hat er uns nicht verraten. Es war eine Wahlkampf-Rede, keine Präsidenten-Rede.

ÖSTERREICH: Konkretes konnten Sie nicht herauslesen?

Portisch: Eines hat er allerdings klar gesagt: Im Zentrum stünde der russisch-amerikanische Schulterschluss mit Wladimir Putin im Kampf gegen den Islamischen Staat.

ÖSTERREICH: Wie kam Trumps Rede bei den Journalisten an?

Portisch: Die Korrespondenten in Washington waren von seiner Rede mehrheitlich enttäuscht. Und auch in Europa ist man mit Bewertungen eher zurückhaltend – niemand fühlt sich von dieser Rede besonders inspiriert.

ÖSTERREICH: Das heißt: Weiter warten auf konkrete Maßnahmen aus Washington.

Portisch: Tatsache ist freilich: Sollte Donald Trump es gemeinsam mit Putin zuwege bringen, einen Krieg gegen den Islamischen Staat zu gewinnen, wäre das natürlich ein enormer Popularitätsgewinn für ihn.

Interview: Ch. Hirschmann

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