Priester 1972 in Blutbad verwickelt

Nordirland

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Priester 1972 in Blutbad verwickelt

Wenige Wochen vor dem Besuch von Papst Benedikt XVI. in Großbritannien ist ein unrühmliches Detail zur Rolle der katholischen Kirche im Nordirland-Konflikt ans Licht gekommen. Die Kirche soll gemeinsam mit der britischen Regierung und der Polizei einen katholischen Priester gedeckt haben, der 1972 angeblich in eines der schlimmsten Attentate in Nordirland mit neun Toten verwickelt war. Das ergab eine unabhängige Untersuchung, deren Ergebnisse am Dienstag veröffentlicht wurden.

Neun Menschen starben bei Terror-Angriff
Am 31. Juli 1972, in der Hochphase des Terrors der damaligen nordirischen Untergrundorganisation IRA, waren in dem Ort Claudy bei Londonderry neun Menschen umgekommen, nachdem drei Autobomben explodiert waren. Der 1980 gestorbene katholische Priester James Chesney geriet unter Verdacht, wurde aber dann in eine Pfarrei nach Irland versetzt und damit der nordirischen Justiz entzogen.

Niemand wurde je für das Blutbad zur Rechenschaft gezogen. Der Nordirland-Minister der britischen Regierung, Owen Paterson, drückte am Dienstag den Opfern und Hinterbliebenen des Terroranschlages seine "tiefe Entschuldigung" dafür aus, dass ihnen keine Gerechtigkeit widerfahren sei.

Papst Benedikt XVI. wird am 16. September in Schottland und England erwartet. Ein Besuch in Nordirland, wo der religiös geprägte gewaltsame Konflikte zwischen pro-irischen Katholiken und britisch geprägten Protestanten noch immer nicht vollkommen erloschen ist, steht nicht auf dem viertägigen Programm des Pontifex.

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