Putin:

Zu teuer

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Putin: "Wir wollen keine Supermacht sein"

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich dafür ausgesprochen, die Zusammenarbeit mit der NATO wieder zu verstärken. "Russland würde gern wieder mit der NATO zusammenarbeiten, Gründe und Gelegenheiten gäbe es genug", sagte Putin der "Bild"-Zeitung (Dienstagsausgabe).

Aber es sei wie im richtigen Leben: "Eine glückliche Liebe ist nur eine, die erwidert wird. Wenn man nicht mit uns zusammenarbeiten will, na bitte, dann eben nicht."

G-8-Treffen

Der russische Präsident betonte auch seine Bereitschaft, wieder an G-8-Treffen teilzunehmen. Die Treffen "waren alles in allem durchaus nützlich, denn es ist immer gut, alternative Meinungen auszutauschen und Russland zuzuhören". Die G-7-Staaten hatten die Teilnahme Russlands an den Treffen ausgesetzt, nachdem es wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland im Frühjahr 2014 zu starken Spannungen gekommen war.

Teuer und unnötig
Putin bestritt in dem Interview, dass sein Land wieder eine Großmacht werden wolle. "Nein, wir beanspruchen die Rolle einer Supermacht nicht. Das ist viel zu teuer und unnötig". Die Äußerung von US-Präsident Barack Obama, wonach Russland nur noch eine Regionalmacht sei, habe er "nicht ernst genommen", versicherte Putin. Er widersprach damit Einschätzungen, wonach er die Äußerung Obamas als Kränkung empfunden habe.

Russlands Präsident Wladimir Putin sieht den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad weiter als den legitimen Machthaber in seinem Land an, verlangt aber eine rasche Verfassungsreform. "Assad bekämpft nicht die eigene Bevölkerung sondern diejenigen, die bewaffnet gegen die Regierung vorgehen", sagte Putin der Bild-Zeitung.

Assad für regionale Stabilität
Wenn dadurch auch die Zivilbevölkerung leide, sei dies nicht die Schuld Assads, sagte Putin. Seine Parteinahme für Assad bedeute aber nicht, dass in Syrien alles beim Alten bleiben könne. "Wenn die Stabilisierung des Landes vorankommt, müssen eine Verfassungsreform folgen und danach vorgezogene Präsidentschaftswahlen", forderte Putin. Seine Unterstützung für Assad begründete der russische Präsident mit der Bedeutung regionaler Stabilität. "Wir wollen nicht, dass Syrien so endet wie der Irak oder Libyen."

Asyl
Auch die Gewährung politischen Asyls für Assad in Russland schloss Putin nicht aus, nannte die Frage aber verfrüht. "Dafür ist die Zeit noch nicht reif. Aber es war sicherlich schwieriger, Herrn Snowden Asyl in Russland zu gewähren, als es im Fall von Assad wäre", sagte Putin mit Blick auf den ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden, dem Russland Asyl gewährt hat.

Die Vorwürfe von russischen Luftangriffen auf moderate syrische Rebellen bezeichnete Putin als Lüge. "Die vermeintlichen Videobeweise für diese Behauptung sind entstanden, noch bevor die russischen Streitkräfte ihren Einsatz überhaupt begonnen hatten", sagte Putin. "Das können wir beweisen, auch wenn es unsere Kritiker nicht wahrhaben wollen."

Die russische Luftwaffe unterstützt seit Ende September die syrische Armee. Nach Putins Darstellung nehmen die Kampfjets dabei die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und mit ihr verbündete Gruppen unter Beschuss. Syrische Aktivisten und die USA bezweifeln dies.


 

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