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Putins Heli-Bomber feuerten auf Journalisten

Dramatischer Zwischenfall

Putins Heli-Bomber feuerten auf Journalisten

Während des mehrtägigen Militär-Manövers in Russland und Weißrussland kam es offenbar zu einem schweren Zwischenfall. Wie ein Video zeigt, flogen zwei Kampfhubschrauber über Zuseher und einer der Russen-Helis feuerte dabei versehentlich mehrere Raketen ab. Zwei Journalisten sollen dabei schwer verletzt worden sein.

Eine offizielle Bestätigung des Vorfalls seitens des russischen Militärs steht noch aus. Bisher seien keinerlei solche Fälle bekannt. Das Verteidigungsministerium bezeichnete die Vorfälle gegenüber der Seite „Life.ru“ als „Unsinn und Provokation“. Laut der Seite könnte ein Kurzschluss Schuld am Abschuss gehabt haben.

Nachbarstaaten besorgt

Das Militärmanöver löst auch bei den NATO-Nachbarstaaten Russlands Besorgnis aus. Das NATO-Mitglied Litauen hat sich bei Russland über eine Verletzung seines Luftraums durch russische Militärflugzeuge während des umstrittenen russisch-weißrussischen Manövers "Sapad" beschwert. "Unsere Rechte müssen respektiert werden und in unseren Luftraum kann nicht ohne Erlaubnis eingeflogen werden", sagte Verteidigungsminister Raimundas Karoblis laut Agentur BNS am Montag in Vilnius.

Das litauische Außenministerium teilte mit, es habe wegen des Vorfalls den russischen Botschafter herbeizitiert und ihm eine Protestnote überreicht.

Putin besuchte Großmanöver

Der russische Präsident und Oberbefehlshaber Wladimir Putin inspizierte am Montag das Großmanöver. Gemeinsam mit Verteidigungsminister Sergej Schoigu und Generalstabschef Waleri Gerassimow besuchte Putin nach Kreml-Angaben einen Truppenübungsplatz in der Nähe von St. Petersburg. Russische und weißrussische Soldaten üben bei dem Manöver noch bis Mittwoch die Abwehr eines angenommenen Angriffs der NATO.

Nach litauischen Angaben hatten am Samstagabend zwei russische Transportflugzeuge vom Typ Iljuschin IL-76 den Luftraum verletzt und sich dort zwei Minuten ohne Erlaubnis aufgehalten. Die Maschinen gehörten zu einer Gruppe von sechs Militärflugzeugen, die auf dem Weg vom Festland in die Ostsee-Exklave Kaliningrad gewesen seien. Die Luftraumverletzung soll über der Kurischen Nehrung erfolgt sein.

Fehler oder Test?

"Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass dies ein Fehler war. Aber es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass unsere Wachsamkeit auf diese Weise getestet wurde", sagte Karoblis. Der Vorsitzende des Sicherheits- und Verteidigungsausschuss des litauischen Parlaments, Vytautas Bakas, sagte: "Ich denke, das dürfte nicht überraschend für das Militär, Politiker oder die Öffentlichkeit sein".

Nach Karoblis' Angaben seien keine der in Litauen stationieren NATO-Kampfjets aufgestiegen, um die russischen Flugzeuge zu identifizieren. Dafür sei nicht ausreichend Zeit gewesen. Außerdem hätten die russischen Piloten im Voraus ihre Flugpläne mitgeteilt, die elektronische Kennung eingeschaltet gehabt und Funkkontakt mit der Flugsicherung gehalten. Litauen grenzt im Südosten an die autoritär regierte Ex-Sowjetrepublik Weißrussland.

Die NATO-Mitglieder im Baltikum - alle ebenfalls Ex-Sowjetrepubliken - sind wegen des Manövers besorgt, die NATO-Zentrale in Brüssel hält Russland mangelnde Transparenz vor: Es würden mehr als die angekündigten 12.700 Soldaten eingesetzt.

Kasachstan erzürnt

Im Rahmen des Manövers feuerten russische Truppen im Süden Russlands bei Astrachan eine nachgerüstete Rakete des Typs Iskander-M ab, die ihr Ziel 480 Kilometer weiter auf einem Übungsplatz in Kasachstan traf. Die Iskander-Raketen können mit Atomsprengköpfen bestückt werden. Russland hat diese Waffen auch in der Ostsee-Exklave Kaliningrad stationiert.

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko kündigte für Mittwoch eine Inspektion der Übung an, wie sein Pressedienst mitteilte. Ursprünglich war geplant gewesen, dass Lukaschenko ebenfalls am Montag das Manöver besucht.

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