04. Juni 2010 18:40
Ein durch ein Youtube-Video bekannt gewordener Kette rauchender Zweijähriger
in Indonesien soll jetzt durch ein Spezialistenteam von seiner Nikotin-Sucht
geheilt werden. Ärzte aus verschiedenen Fachgebieten, unter anderem ein
Kinderarzt und ein Psychiater, sollten nächste Woche zur Behandlung des
kleinen Ardi
Rizal eintreffen, sagte der Vorsitzende der Nationalen
Kinderschutz-Kommission, Seto Mulyadi, am Freitag der Nachrichtenagentur
AFP. "Ich bin ziemlich sicher, dass der Junge mit einer ernsthaften
Behandlung von seiner schlechten Angewohnheit los kommt."
Ardi, der derzeit etwa 40 Zigaretten pro Tag raucht, hat allerdings große
Schwierigkeiten, von den Glimmstengeln zu lassen. Nur zwei Stunden habe es
der Zweijährige ohne Zigaretten ausgehalten - und das auch nur, wenn er mit
Spielsachen abgelenkt wurde, berichtete Mulyadi. Der Bub von der
indonesischen Insel Sumatra war nikotinabhängig geworden, nachdem sein Vater
ihm im Alter von 18 Monaten zum ersten Mal eine Zigarette gegeben hatte.
Ardis Eltern berichteten, Kind bekomme Wutausbrüche und schlage seinen Kopf
gegen die Wand, wenn er keine Zigarette bekomme. Der Vater versicherte
dennoch, sein Sohn sei gesund.
Indonesien: 70 Prozent der Männer rauchen
Ardi war durch ein
Video auf dem Video-Portal YouTube bekannt geworden, das den kleinen dicken
Buben genüsslich rauchend zeigt. Der Fall hatte ein Schlaglicht auf die
aggressive Werbung von Zigarettenherstellern in Indonesien und anderen
Schwellen- und Entwicklungsländern geworfen, die auch Kinder als potenzielle
Konsumenten anspricht. Viele Menschen wissen dort nicht, dass Rauchen
gesundheitsschädlich ist.
Vor Ardi hatte bereits der vierjährige Sandi Adi Susanto von der
indonesischen Insel Java für Aufsehen gesorgt, der rauchend im Internet
gezeigt wurde. Mulyadi sagte, Sandis Zigarettenkonsum sei mittlerweile
zurückgefahren worden. Der Bub rauche aber immer noch regelmäßig. In
Indonesien rauchen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast
70 Prozent der Männer, der Anteil der rauchenden Frauen stieg demnach
zwischen 1995 und 2004 auf 4,5 Prozent.