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Niederlande

Rechte randalieren wegen Asylzentrum

 Proteste gegen ein geplantes Asylbewerberzentrum im niederländischen Geldermalsen sind in heftigen Krawallen ausgeartet. Rund 80 gewalttätige Randalierer hätten das Rathaus gezielt mit Steinen, Feuerwerk und Flaschen angegriffen, sagte der Polizeichef der Region, Lute Nieuwerth, auf einer Pressekonferenz am Donnerstag.

14 Festnahmen
Eine Anhörung zu dem Asyl-Zentrum am Mittwochabend war wegen der Ausschreitungen abgebrochen und das Rathaus evakuiert worden. Zwei Beamte und einige Demonstranten wurden laut Polizeiangaben leicht verletzt. Insgesamt 14 Menschen wurden festgenommen.

"Es war ein geplanter Angriff", sagte Polizeichef Nieuwerth. Beamte waren nach Angaben des Polizeichefs so bedrängt worden, dass sie Warnschüsse in die Luft abgaben. Die mobilen Einsatzkräfte der Polizei schritten ein.

Zunächst hatten am Mittwochabend einige hundert Menschen vor dem Rathaus friedlich protestiert. Doch dann sei "völlig überraschend" eine Gruppe von rund 80 Personen zum Angriff übergegangen, sagte der Polizeichef. "Darauf waren wir nicht vorbereitet."

Sinnlose Gewalt
Bürgermeisterin Miranda de Vries verurteilte die Gewalt. "In unserer Demokratie führen wir die Debatte mit Worten", sagte sie. Die Kleinstadt will im Jänner über das Asyl-Zentrum entscheiden.

Die niederländische Regierung reagierte entsetzt. Sitzungen der Gemeindeverwaltung müssten in einem demokratischen Rechtsstaat stattfinden können, betonte Innenminister Ronald Plasterk in Den Haag. "Dies ist eine abscheuliche Situation", sagte er im niederländischen Radio.

Unterkunft für 1500 Asylwerber
Auf einem Industriegelände der rund 11.000 Einwohner zählenden Kleinstadt - die Großgemeinde selbst zählt 27.000 Einwohner - im Süden von Utrecht soll eine Unterkunft für rund 1500 Flüchtlinge entstehen. Dagegen hatte zahlreiche Bürger Einwände geäußert. Sie wenden sich vor allem gegen die große Zahl von Flüchtlingen.

Die Flüchtlingsaufnahme ist in den Niederlanden wie in anderen europäischen Staaten umstritten. Debatten auf örtlicher und nationaler Ebene gehen mitunter mit gegenseitigen Beleidigungen von Befürworten und Gegnern einher. Auch tauchten bereits Drohbriefe auf.

In den Niederlanden haben sich in diesem Jahr bisher rund 54.000 Asylsuchende gemeldet. Die meisten von ihnen sind Syrer. Die Regierung hatte gemeinsam mit den Gemeinden vereinbart, zusätzlich zu bestehenden Heimen Unterkünfte für rund 25.000 Menschen bereitzustellen.
 

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