Regierung:

Kambodscha-Massenpanik

© EPA

Regierung: "Keiner wird dafür bestraft"

Nach der Massenpanik in Kambodscha mit mindestens 351 Toten wird es nach Regierungsangaben keine Strafverfolgung geben. "Keiner wird für den Vorfall bestraft", sagte Ministerpräsident Hun Sen am Montag.

Viele Leute teilten sich die Verantwortung für Versäumnisse im Zusammenhang mit der Tragödie, die sich am 22. November auf einer Brücke in der Hauptstadt Phnom Pen ereignete. Die Rettungsarbeiten im Anschluss an die Katastrophe seien aber angemessen gewesen, sagte Hun Sen. Ohne sie hätte es noch viel mehr Tote gegeben.

Schwankungen der Brücke führten zur Panik
Die Massenpanik hatte sich am 22. November ereignet, als sich mehr als eine Millionen Menschen zum traditionellen Wasserfest in Phnom Pen aufgehalten hatten. Vorläufigen Untersuchungsergebnissen zufolge hing das Unglück mit den natürlichen Schwankungen der Hängebrücke zusammen, auf der sich zwischen 5.000 und 7.000 Menschen gleichzeitig aufhielten. Demnach riefen die Schwankungen bei den Menschen Angst hervor, sie könne einstürzen. Panische Fluchtversuche hätten dazu geführt, dass viele Opfer totgetrampelt worden oder ins Wasser gefallen seien.

Bilanz: 351 Tote, 395 Verletzte
Nachdem zwei weitere Menschen ihren Verletzungen erlegen waren, war die Zahl der Toten am Sonntag auf 351 gestiegen. 395 weitere wurden bei dem Unglück verletzt. Hun Sen bezeichnete die Massenpanik als die größte Tragödie seit dem Terrorregime der Roten Khmer, dem Ende der 70er Jahre schätzungsweise 1,7 Millionen zum Opfer fielen. Der Regierungschef kündigte an, dass die Familien der Opfer umgerechnet mindestens 9.000 Euro Schadenersatz erhalten. Dies ist in Kambodscha, wo das jährliche Pro-Kopf-Einkommen rund 529 Euro beträgt, eine sehr hohe Summe.

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