Sonderthema:
US-Finanzmarktreform wird konkret

Erfolg für Obama

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US-Finanzmarktreform wird konkret

Im US-Senat ist der Weg für eine Debatte über die von Präsident Barack Obama angestrebte Finanzmarktreform frei. Die Republikaner gaben am Mittwoch (Ortszeit) ihren Widerstand auf und vereinbarten mit den Demokraten, den Gesetzentwurf für schärfere Regeln an der Wall Street bereits ab Donnerstag im Plenum zu diskutieren. Obama zeigte sich von dem Durchbruch "sehr erfreut". "Die Zeit für eine Reform ist gekommen", sagte er bei einem Besuch der Stadt Quincy am Mississippi. Anlageformen, die für die Krise von 2008 verantwortlich seien, dürften nie wieder hingenommen werden, sagte Obama. Finanzderivate müssten "aus den dunklen Gassen ans Tageslicht gebracht werden", forderte Obama.

Beratung über Entwurf
"Die Amerikaner haben lange genug darauf gewartet, dass sich ihre Vertreter an die Arbeit machen, um die Wall Street aufzuräumen", sagte der demokratische Mehrheitsführer Harry Reid. Beide Parteien hatten sich zuvor darauf verständigt, Donnerstagmittag (18.15 Uhr MESZ) erstmals über den Entwurf zu beraten. Sie bedienten sich dabei einer sogenannten "einstimmigen Einwilligung" und ersparten sich eine weitere Abstimmung im Senat.

Bei solch einem Votum hatten die Republikaner zuletzt noch einmal am Mittwoch - den dritten Tag in Folge - die Debatte ausgebremst. Die Demokraten, die 58 der 100 Senatoren stellen, bekamen bei den Abstimmungen nie die nötige Anzahl von 60 Stimmen zusammen, die nötig waren, damit der Entwurf ins Plenum geht.

Kompromiss
Der Vorsitzende des Banken-Ausschusses im Senat, der Demokrat Chris Dodd, und der Republikaner Richard Shelby verständigten sich letztlich auf einen Kompromiss zum Umgang mit Banken, deren Zusammenbruch die US-Wirtschaft bedroht. Im Streit um die geplante schärfere Regulierung des Handels mit hochriskanten Papieren und die neue Verbraucherschutzbehörde für Bankkunden konnten sie jedoch keine Einigung erzielen. "Es ist Zeit, dass diese Debatte beginnt", sagte Dodd.

Reformpläne
Es wurde damit gerechnet, dass sich der Senat die nächsten zwei Wochen lang mit den Reformplänen beschäftigt. Bei der Schlussabstimmung reicht den Demokraten dann die einfache Mehrheit. Bevor das Gesetz von Obama unterzeichnet werden kann, müssen zuerst noch die Versionen von Senat und Repräsentantenhaus miteinander in Einklang gebracht werden. Das Repräsentantenhaus hatte bereits im Dezember einen Reformentwurf verabschiedet.

Die US-Regierung spricht von der tiefgreifendsten Finanzmarktreform seit der Zeit der Großen Depression in den 1930er Jahren. Eine breite Mehrheit der Bevölkerung unterstützt strengere Regeln an der Wall Street, die durch die 2008 ausgebrochene Finanzmarktkrise in Misskredit geraten war.

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