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Fähren-Opfer

"Rettungs-Aktion war katastrophal"

Tränen, Umarmungen, tiefe Gefühle: Als Mittwoch um 9.30 Uhr der Flieger aus Thessaloniki in München landet, ist die Welt der Tiroler Fähren-Überlebenden Mehmet Güyen und Bahri Dumlupinar wieder im Lot. Güyen schließt erstmals seine Liebsten in die Arme und gesteht ÖSTERREICH: „Ich dachte, ich muss sterben.“

Ortswechsel. Der Hafen der italienischen Kleinstadt Brindisi, Dienstag um 22.30 Uhr: Es ist bitterkalt, als das Schiff mit den „Norman Atlantic“-Überlebenden Cengiz Hazir aus Vorarlberg und Erwin Schrümpf aus Salzburg anlegt. Sie sind Helden: Beide haben auf der Fähre bis zuletzt bei der Rettung von Kindern geholfen, sind erst kurz vor dem Kapitän von Bord gegangen. Bei Eiseskälte, Sturm und 36 Stunden lang ohne Essen und Trinken.

Überlebender Hazir: »Wir wären fast verbrannt.«
„Ich hatte abgeschlossen mit meinem Leben. Wir waren kurz davor, zu verbrennen. Aber ich konnte 70 Kindern helfen“, sagt Hazir zu ÖSTERREICH. Botschaftsmitarbeiter bringen beide ins Hotel, auch Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) bedankt sich bei ihnen telefonisch.

Hazir trifft auf seinen Bruder Mustafa und seine Mutter Nuriye, die ebenfalls die Tragödie überlebte. Sie hatte Erfrierungen, ist aber am Weg der Besserung. Gezeichnet ist der Salzburger Schrümpf: „Wir hatten die Wahl zu ertrinken, zu erfrieren, zu verbrennen oder zu ersticken, aber wir überlebten“, sagt er. Beide kritisieren die Rettungsaktion: „Die Besatzung hat nicht geholfen“, sagt Hazir. Schrümpf: „Die Passagiere waren rücksichtlos, jeder kümmerte sich nur um sich selbst.“ Wegen Wintereinbruchs in Rom werden beide erst heute Österreich erreichen.Jochen Prüller

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