Revolte in Bahrain und Libyen

Tote neben F1 Piste

© AP

Revolte in Bahrain und Libyen

Auch Libyens Langzeit-Diktator Muammar Gaddafi droht ein Mubarak-Schicksal. In den Städten breiten sich die Unruhen aus. In der Hafenstadt Bengasi und in Al Baidha starben mindestens 45 Menschen bei Kämpfen zwischen Polizei und Regime-Gegnern, eine Polizeiwache wurde in Brand gesetzt. Gleichzeitig wurde - nach ägyptischem Vorbild - via Facebook zu einem "Tag des Zorns" aufgerufen. Gaddafi - seit 41 Jahren an der Macht - kontrolliert alle Medien. Von den Demos gibt es nur unscharfe Handyvideos.

Gaddafi reagierte auf die Proteste mit einer "Jubeloffensive": In allen Städten schickte er bezahlte Jubeltruppen auf die Straßen.

Die Regime-Anhänger winkten mit Gaddafi-Bildern, küssten demonstrativ die riesigen Porträts des Revolutionsführers, winkten mit grünen Schals, Farbe der libyschen Revolution. Selbstverständlich gab es von den "Pro-Gaddafi"-Kundgebungen scharfe Fotos und Fernsehbilder.

PR-Fuchs Gaddafi kündigte inzwischen sogar an, eigene "Tage des Zorns" zu organisieren. Er, Gaddafi, werde selbst die Demonstrationszüge in der Hauptstadt Tripolis anführen, sagte er. Ohne Leibwache und ohne Schutz durch Militärs: "Aber getragen von der Zufriedenheit meiner 6, 4 Millionen Mitbürger", ließ er ausrichten.

Gaddafis größter Trumpf: Libyen hat das höchste Pro-Kopf-Einkommen Afrikas und eines der besten Gesundheits- und Schulsysteme Arabiens. Bezahlt wird aus den Öl-Einnahmen.

Bahrain: Revolte am Orient-Ballermann
Aufstand auch am ehemaligen "Ballermann des Orients": 33 Inseln, knapp doppelt so groß wie Wien - das ist Bahrain: Alkohol ist erlaubt, Prostitution geduldet. Im Süden der Hauptinsel haben die Amerikaner ihren wichtigsten Armeestützpunkt am Golf. Staatschef ist Scheich Hamad bin Isa Al-Khalifa, ein Sunnit, der sich selbst zum König ernannt hat.

Jetzt fließt in dem Königreich Blut: "Die Schiiten", sagt Orientexperte Peter Scholl-Latour, "die im Emirat die Mehrheit stellen, wollen an die Macht."

Das hat König Al-Khalifa bisher verhindert: Er persönlich ernennt die Regierungsmitglieder, im Parlament sitzt bis heute kein Schiit. Nun entzündete sich beim Begräbnis eines jungen Schiiten der Zorn. Der Student wurde von der Polizei erschossen.

Bei den Protesten danach forderten die Schiiten offen den Sturz des Regimes. Ministerpräsident Scheich Khalifa bin Salman Al-Khalifa ließ ein Zeltlager der Oppositionellen stürmen, erteilte Schießbefehl. Die erste Bilanz der blutigen Nacht: vier Tote, Hunderte Verletzte. Am 13. März soll hier die Formel 1 in die neue Saison starten. Bernie Ecclestone überlegt aber bereits eine Absage des Grand Prix.

Proteste auch im Jemen
In Sanaa, der Hauptstadt des Jemens, starben vier Menschen bei Protesten. Die Demonstranten fordern ein Ende der seit 32 Jahren währenden autokratischen Herrschaft von Präsident Ali Abdullah Saleh.

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