Rio-Mord: Weiterer Fall von Misshandlung

Drama in Brasilien

© Zanger

Rio-Mord: Weiterer Fall von Misshandlung

Nach dem Tod eines vierjährigen Wiener Mädchens in Rio de Janeiro im Juni 2009 ist bei dem Verfahren gegen die Tante und die Cousine des Kindes in Brasilien ein weiterer Misshandlungsfall zutage gekommen.

Den beiden Frauen wird von den Anklägern in Campo Grande vorgeworfen, Sophie und ihren Bruder Raphael - die Enkelkinder eines bekannten Wiener Anwaltes - misshandelt zu haben. Sophie überlebte das Martyrium nicht. Nun kam beim Prozess heraus, dass ein weiteres Kind (7) in der Obhut der Frauen gequält worden sein soll.

Essensentzug und Schläge
Wie der Großvater der Kinder im Gespräch mit der APA erläuterte, wurde dieses Kind ebenso mit Essensentzug und mit Schlägen gequält wie die Wiener Kinder. Das habe die Nachbarin vor Gericht ausgesagt. Die Frau hatte auch die Rettung geholt, als sie die schweren Verletzungen von Sophie entdeckte. Das Gericht hat nun die Verhandlung wegen der Ladung von weiteren Zeugen auf Februar 2011 vertagt.

Für den Prozess im Februar muss nun Raphael, der die mutmaßlichen Quälereien überlebte, doch vor Gericht aussagen, wie der Anwalt und Großvater des Kindes berichteten. Ein Auftritt vor dem brasilianischen Gericht bleibt dem Buben jedoch wahrscheinlich erspart. Das Kind soll in Wien einvernommen und das Video dann in Campo Grande bei Gericht vorgespielt werden.

Eigentlich hätte in diesen Tagen das Urteil im Prozess um den Tod der Vierjährigen folgen sollen. Sophies und Raphaels Vater, der bei der Urteilsverkündung dabei sein wollte, kehrt am Montag zurück nach Wien. Bei dem weiteren Misshandlungsfall handelt es sich um das Kind eines Onkels von Sophie und Raphael.

Tante soll Kinder misshandelt haben
Die Kinder aus Wien hatten in Rio bei ihrer Tante gelebt. Der Mutter war wegen einer psychischen Erkrankung das Sorgerecht entzogen worden. Bei der Tante sollen die Kinder misshandelt worden sein. Sophie überlebte die Quälereien jedoch nicht. Am 16. Juni 2009 kam das Mädchen mit Verletzungen in ein Spital in Rio und starb dort drei Tage später.

Dem Tod der Vierjährigen ging ein seit längerem schwelender Sorgerechtsstreit voraus. Nach der Scheidung bekamen die Eltern das Sorgerecht für die Kinder zu gleichen Teilen. Als die Mutter mit den Kindern nach Brasilien reiste, beantragte der Vater die "vollkommene Obsorge" für sich.
 

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