Greenpeace-Aktivisten warten auf Prozess

Russland

Greenpeace-Aktivisten warten auf Prozess

Nach ihrem Protest gegen Ölbohrungen in der Arktis warten die 30 Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace nun in Untersuchungsgefängnissen in St. Petersburg auf ihre Prozesse. Die Männer und Frauen des Greenpeace-Schiffs "Arctic Sunrise" wurden nach ihrer Ankunft aus Murmansk am Dienstag in verschiedene Haftanstalten gebracht. Das teilte die Strafvollzugsbehörde mit.

Die Anklage lautet auf Rowdytum. Den Aktivisten drohen damit bis zu sieben Jahre Haft. Die internationale Besatzung hatte vor ihrer Festnahme am 19. September an einer Ölplattform des russischen Gasmonopolisten Gazprom gegen Umweltzerstörung protestiert.

Aktivisten von Murmansk nach St. Petersburg verlegt
Die russischen Behörden haben die 30 Greenpeace-Aktivisten, die am 19. September festgenommen wurden, von Murmansk nach St. Petersburg verlegt. Ein fahrplanmäßiger Personenzug fuhr am Dienstag in den Ladoschski-Bahnhof ein, wie eine Fotografin der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Einer der Wagen wurde in einen Bereich gefahren, der für Journalisten gesperrt war. Die Ankunft der Greenpeace-Aktivisten konnte nicht direkt beobachtet werden, die Verlegung war jedoch von den Ermittlungsbehörden zuvor angekündigt worden.

Greenpeace teilte mit, Busse seien in den abgesperrten Bereich gefahren und hätten die Aktivisten offenbar abtransportiert. Es war allerdings nicht bekannt, wohin sie verlegt werden sollten. Zu den Inhaftierten zählen 26 Ausländer aus 18 Ländern, auch zwei Journalisten sind darunter. In ihrem bisherigen Haftort Murmansk im äußersten Norden Russlands sinken die Temperaturen oft auf unter minus 30 Grad.

Die russische Küstenwache hatte die unter der Flagge der Niederlande fahrende "Arctic Sunrise" am 19. September nach einer Greenpeace-Protestaktion in der Barentsee gestürmt und die 30 Besatzungsmitglieder inhaftiert. Ihnen soll wegen "Rowdytums" der Prozess gemacht werden. Auf Rowdytum stehen Strafen bis zu sieben Jahren.

Internationale Proteste wegen Verhaftung
Aktivisten hatten von der "Arctic Sunrise" aus eine Bohrinsel des staatlichen russischen Energiekonzerns Gazprom geentert, um gegen den Abbau von Bodenschätzen in der Arktis-Region zu protestieren. Die Festnahme der Aktivisten hatte international zu scharfen Protesten geführt. Die niederländische Regierung hat mittlerweile ein Verfahren vor dem Internationalen Seegerichtshof angestrengt, um die Freilassung der Greenpeace-Aktivisten zu erwirken. Das Urteil des Gerichtshofs, der seinen Sitz in Hamburg hat, wird am 22. November erwartet.

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