Schettino gibt Steuermann die Schuld

Costa Concordia

Schettino gibt Steuermann die Schuld

Eine Woche nach der spektakulären Aufrichtung der "Costa Concordia" vor der Insel Giglio ist am Montag in der toskanischen Stadt Grosseto der Prozess gegen Kapitän Francesco Schettino nach zweimonatiger Pause fortgesetzt worden. Die Anwälte des einzigen Angeklagten im Prozess um die Havarie des Schiffes, bei der im Jänner 2012 insgesamt 32 Menschen ums Leben gekommen waren, forderten am Montag eine Untersuchung des Wracks auf mögliche technische Probleme hin. Schettino erklärte, der Steuermann habe Fehler gemacht.

Der indonesische Steuermann habe seine auf Englisch gegebenen Anweisungen nicht verstanden und einen gravierenden Fehler beim Manöver zur Verhinderung des Zusammenstoßes mit dem Felsen gemacht, sagte der Kapitän, der sich am Montag das erste Mal beim Prozess äußerte. Außerdem habe der Steuermann mit einer Verspätung von 13 Sekunden auf eine Anweisung reagiert.

Video zum Thema Costa Concordia Kapitän beschuldigt Steuermann

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Diashow Costa Concordia aufgerichtet

Costa Concordia aufgerichtet

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Verteidiger verlangen Überprüfung des Wracks
Schettinos Verteidigung verlangte unter anderem, dass die Notfallgeneratoren, die eigentlich wasserdichten Nottüren und die Vorrichtungen zum Herunterlassen der Rettungsboote überprüft werden. Die Anwälte hoffen, dort Beweise dafür zu finden, dass Schettino nicht der Alleinschuldige an dem Chaos bei der Evakuierung des Schiffs ist. Ein internationales Bergungsteam hatte das gekenterte Schiff vor einer Woche in einer beispiellosen Aktion wieder aufgerichtet. Nie zuvor war weltweit ein so großes Passagierschiff geborgen worden.

Der 52-jährige Schettino muss sich unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung sowie wegen Verlassens des Schiffs verantworten. Weitere Angeklagte hatten sich mit der Staatsanwaltschaft ohne Prozess auf ein Strafmaß geeinigt. Im Juli war gegen einen Reedereivertreter und vier Besatzungsmitglieder Haftstrafen zwischen 18 und 34 Monaten, unter anderem wegen fahrlässiger Tötung, verhängt worden. Gegen diese Strafen hat die Staatsanwaltschaft von Florenz am Montag Berufung eingelegt, berichteten italienische Medien.
 

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