Weiter Uneinigkeit zwischen Rom und Bozen

Schilderstreit in Südtirol

Weiter Uneinigkeit zwischen Rom und Bozen

Im Streit zwischen Rom und Bozen um zweisprachige Schilder und Namensbezeichnungen etwa für Wanderwege oder Flurnamen soll bis zur Sommerpause eine Lösung gefunden werden. Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP) präsentierte am Mittwoch in Rom dem zuständigen Regionenminister Raffaele Fitto (PdL) eine Liste von 225 Ortsnamen, die einsprachig bleiben sollen. In Südtirol kritisierten "Süd-Tiroler Freiheit" und Heimatbund, dass Durnwalder kein Recht habe, ein "Geheimabkommen" zu treffen.

Wie Durnwalder in einer Aussendung betonte, sollten private Organisationen - beispielsweise die Alpenvereine - ihre Schutzhütten bezeichnen können, wie immer sie dies für richtig hielten. Örtlichkeiten, deren Namen sich von Privatbesitz ableiten, sollen nicht übersetzt werden dürften. "Die Steinalm heißt so, weil sie zum privaten Steinhof gehört, 'Malga Sasso' ist demnach eine Phantasiebezeichnung", betonte der Landeshauptmann.

Auf Durnwalders Liste stehen zudem all jene Namen, die nicht von Ettore Tolomei übersetzt worden seien, in dessen berühmten "Prontuario" also nicht aufscheinen. "Wenn nicht einmal Tolomei die Namen dieser Örtlichkeiten übersetzt hat, dann sollten wir dies schon erst recht nicht tun", meinte der Landeshauptmann. Außerdem sollen Ortsnamen nur in ihrer gebräuchlichen Form aufscheinen. Namen, die in der Bevölkerung keiner kenne, sollten auch auf den Wegeschildern nicht stehen.

Bei einem Treffen "in den nächsten Wochen" sollen dann jene Namen abgehakt werden, bei denen Einigkeit bestehe. Über die restlichen müsse verhandelt werden.

Einigkeit über Anpassung des Autonomiestatutes
Einigkeit gebe es vier Durchführungsbestimmungen zum Autonomiestatut durch den Ministerrat. Fitto habe zugesagt, dass sie voraussichtlich bereits in der Sitzung des Ministerrats kommende Woche auf der Tagesordnung stünden. Es gehe dabei um jene Bestimmung, mit der zum einen die Pflicht aufgehoben wird, dass Verwaltungsakte des Landes mit dem Sichtvermerk des Rechnungshofs versehen werden müssen, und zum anderen das Land die Verantwortung übernimmt, bei Körperschaften für die Einhaltung des Stabilitätspakts zu sorgen. Bestimmung Nummer zwei soll auch den Ladinern die Möglichkeit geben, einen dreisprachigen Personalausweis zu bekommen, während es in der dritten Durchführungsbestimmung um einen dritten Südtiroler Staatsrat in Rom geht. Bestimmung Nummer vier betrifft schließlich die Prozedur zur Besetzung von Richterstellen.

Die LAbg. der "Süd-Tiroler Freiheit", Eva Klotz, kritisierte "die ständigen Alleingänge" Durnwalders. Der "Kompromiss", anstatt der für den Klockerkarkopf verwendeten "Vetta d'Italia" den Namen "Vetta d'Europa" zu verwenden, sei "ganz und gar lächerlich". Für Heimatbund-Obmann Roland Lang ist jeder erfundene Ortsname "ein Kulturverbrechen". Durnwalder sichere sich einen Platz an der Seite "mit jenem Mann, der (die Namen; Anm.) erfunden hat und der auch als Totengräber Südtirols bezeichnet wird".

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