Schneechaos in Europa: Airports dicht

Ungarn, Italien, England

Schneechaos in Europa: Airports dicht

Teile Europas im Schneechaos: Eine Woche vor Weihnachten saßen Tausende auf Flughäfen fest. In Frankfurt musste nach Tumulten in der langen Schlange vor der Gepäckabfertigung die Polizei einschreiten, in London waren die Airports Heathrow und Gatwick komplett dicht, 3.000 Passagiere mussten am Amsterdamer Flughafen Schiphol übernachten. Der Verkehr in Deutschland normalisierte sich unterdessen weitgehend.
Frankfurt
Am verschneiten Frankfurter Flughafen warteten Samstag früh Hunderte Passagiere auf ihren Abflug. "Der Flugplan ist komplett aus den Fugen geraten", sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport. Allein bis Mittag wurden 172 Flüge gestrichen, am Vortag waren bereits 560 von 1.400 Flügen am größten deutschen Airport ausgefallen.

 Etwa 2.500 am Freitag gestrandete Fluggäste wurden zusätzlich in den ohnehin schon vollen Terminals erwartet. "Von Entspannung kann keine Rede sein", sagte der Sprecher. In Frankfurt seien zwar die Start- und Landesbahnen geräumt. Aber weil andere europäische Flughäfen geschlossen seien, könne sich die Lage in Frankfurt noch verschärfen. Auch die Lage bei der Bahn blieb mit Verspätungen angespannt.

  Großbritannien
Die Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick sollten mindestens bis zum späten Nachmittag geschlossen bleiben. In London fielen am Samstag binnen weniger Stunden bis zu 15 Zentimeter Schnee. In der Nacht hatten in der Gegend um die nordenglische Stadt Manchester mehrere hundert Autofahrer auf der Autobahn festgesessen. Am Pariser Flughafen Charles de Gaulle sollten 15 Prozent der Flüge ausfallen.

Unter anderem in Großbritannien und Frankreich steckten in der Nacht zum Samstag Hunderte stundenlang in Staus fest. In Deutschland floss der Verkehr am Samstag weitgehend wieder, nachdem die Straßen bereits am Freitag auf Hunderten Kilometern dicht waren.

  Fußballspiele abgesagt
Wegen des Wetters wurden auch mehrere Spiele der ersten englischen Fußballliga abgesagt. Betroffen waren insgesamt mindestens fünf Partien. So wurden für den Samstag Spiele in London (Arsenal), Liverpool, Wigan und Birmingham abgesetzt. Liverpool erklärte, die Anreise sei für die Fans zu gefährlich. Für Sonntag wurde auch schon das Spiel Chelsea gegen Manchester United wetterbedingt gestrichen.

Chaos in Ungarn
Wegen ausgiebiger Schneefälle ist am Samstagnachmittag der Budapester Flughafen Ferihegy geschlossen worden. Die Räummannschaften kämen mit dem Säubern der Landebahnen nicht mehr nach, erklärte ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur MTI. Im Anflug auf Budapest befindliche Flugzeuge wurden zu anderen Flughäfen in der Region umgelenkt. Die Sperre sollte vorerst bis Samstag 16.00 Uhr andauern.

 Die anhaltenden Schneefälle hatten auch in anderen Landesteilen für Verkehrsbehinderungen gesorgt. Auf Autobahnen und Landesstraßen blieben zahlreiche Lkws hängen. Züge verkehrten mit Verspätung.

Italien versinkt im Schnee
Wegen eines Tiefs mit Eis und Schnee haben in Italien am Samstag chaotische Zustände geherrscht. Vor allem die Regionen des Nordens waren betroffen. Auf der Autobahn A1 zwischen Florenz und Arezzo steckten Hunderte Autofahrer fest. Einige quergestellte Lastwagen blockierten die ganze Autobahn, worauf sich eine 38 Kilometer lange Schlange bildete.

   Die Lenker mussten die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen. Der Zivilschutz verteilte warme Getränke und Decken. Helfer beklagten, die Italiener seien schlecht für den Winter ausgerüstet. Die Betroffenen erwiderten, dass die Autobahn gesperrt hätte werden sollen.

 Drei Tote

Mindestens drei Menschen kamen innerhalb von 24 Stunden ums Leben, wie italienische Medien am Samstag berichteten. Bei Arezzo in der Toskana starb ein Lastwagenfahrer, dessen Fahrzeug bei einem Massenunfall auf eisglatter Fahrbahn umgekippt war. In der Lombardei bekam ein Mann beim Schneeschaufeln vor seinem Haus einen Herzinfarkt und starb. In Mailand erfror in der Nacht ein 47-jähriger Obdachloser auf dem Parkplatz eines Supermarktes.

Bahn-Chaos

Auch im Bahnverkehr kam es zu erheblichen Behinderungen. In Friaul wurden mehrere Verbindungen gestrichen, da sich Eis auf den Stromkabeln gebildet hatte. In der bergigen Region Abruzzen wurde wegen des Schnees die Bahnlinie Roma-Sulmona unterbrochen. Der Intercity vom süditalienischen Salerno kam am Samstag mit 13 Stunden Verspätung in Turin an. Er hatte zehn Stunden lang in Livorno halten müssen.

 Chaos herrschte auch auf den Flughäfen. Die Airports von Florenz und Pisa wurden wegen heftiger Schneefällen gesperrt. Auf dem Mailänder Flughafen Orio al Serio saßen 3.900 Personen am Freitag fest, nachdem 28 Ryanair-Flüge gecancelt worden waren. 200 von ihnen mussten die Nacht auf Samstag im Airport verbringen.




 

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