Schock: Alle islamistischen Terroristen waren Behörden bekannt

Terror seit 2014

Schock: Alle islamistischen Terroristen waren Behörden bekannt

Der britische Inlandsgeheimdienst MI5 hat einem Insider zufolge eine interne Untersuchung zum Anschlag in Manchester eingeleitet. Geprüft werde, ob "Lehren daraus gezogen werden müssen, wie der Geheimdienst mit dem Material" zum Selbstmordattentäter Salman Abedi umgegangen sei, sagte die Person, die namentlich nicht genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur Reuters.

Der in Großbritannien geborene Muslim libyscher Abstammung habe zwar zu den 20.000 Personen gehört, die in den Akten des MI5 geführt worden seien, jedoch nicht zu den 3.000, gegen die ermittelt werde. Innenministerin Amber Rudd begrüßte die Untersuchung als ersten guten Schritt.

Manchester: Behörden wurden gewarnt
Die britischen Behörden geben selten Ermittlungen bekannt, bei denen ein mögliches Versagen des MI5 geprüft wird. Dem Sender BBC zufolge waren vor dem Anschlag in der vergangenen Woche mindestens drei Warnungen eingegangen. Bei dem Anschlag auf ein Popkonzert waren 22 Menschen getötet worden, darunter viele Kinder und Jugendliche. Die britische Polizei hält 14 Personen in Untersuchungshaft.

Warum wird nicht reagiert?
Immer wieder ist nach Anschlägen zu lesen: "Täter war den Behörden" bekannt. Oft fragt sich die Bevölkerung dabei: "Warum werden diese potenziellen Täter nicht frühzeitig aus dem Verkehr gezogen? Wieso muss erst etwas passieren?" Eine einfache Frage, auf die es jedoch nur komplexe Antworten gibt. Gerade deshalb bleiben sie für die Bevölkerung oft unverständlich oder gar unbeantwortet.

Terror seit 2014 - Alle Täter waren auffällig
Der Kolumnist Sascha Lobo schreibt für Spiegel Online und hat alle islamistisch motivierten Anschläge seit 2014 in Europa untersucht und ist dabei auf ein erstaunliches Ergebnis gestoßen. Alle islamistischen Terroristen waren bereits vor ihren Anschlägen den Behörden bekannt.

Lobo prangert an: "Wie nach dem Anschlag Ende März 2016 am Brüsseler Flughafen habe ich auch jetzt wieder die Informationen recherchiert, die über islamistische Attentäter öffentlich verfügbar waren.

Wiederum trifft die zentrale Erkenntnis ins Mark:

Seit 2014 verübten insgesamt 24 identifizierte Täter 13 islamistische Mordanschläge in der EU - und alle, ja wirklich: 100 Prozent der Attentäter waren zuvor den Behörden bekannt und gewaltaffin."  Vor allem der Fall Amri setzt Lobo zu. Obwohl zahlreiche Hinweise für einen möglichen Terrorakt vorlagen, konnte das Massaker nicht verhindert werden. Der Staat versagte - so die Quintessenz.

Was ist die Lösung des Problems?
Eine Lösung für das Problem findet auch der Netz-Pionier Lobo indes nicht. Doch er stellt sich die Frage: "Wie viele Warnzeichen braucht es, bis Behörden tätig werden?". Dabei geht es auch darum, inwiefern die Werkzeuge, die derzeit im Kampf gegen den Terror eingesetzt werden, noch greifen.

Als Beispiel führt Lobo etwa die Vorratsdatenspeicherung an. "Mir ist immer noch nicht klar, warum etwa die Vorratsdatenspeicherung der Telefonate meiner Ehefrau mit mir gegen den Terror helfen soll, wenn Anschläge fast immer von einschlägig behördlich bekannten Islamisten begangen werden. Mir ist immer noch nicht klar, warum meine Grundrechte angegriffen und abgebaut werden, wenn eine Person wie Anis Amri frei herumlaufen, Waffen besorgen und behördenbekannt von Anschlägen schwärmen kann.", schreibt er in seiner Kolumne. 

Den ganzen Blogeintrag finden sie auf spiegel.de

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