Schock und Trauer in Griechenland Schock und Trauer in Griechenland

Ausschreitungen

 

© Reuters

Schock und Trauer in Griechenland

Nach den wilden Randallen der letzten Tage ist die Stimmung in Athen am Freitag ausgesprochen ruhig. Wie ÖSTERREICH-Reporter Karl Wendl berichtet, drehte sich heute alles um das Begräbnis der beiden Frauen, die am Mittwoch von gewaltbereiten Demonstranten getötet wurden.

Brandanschlag
Die beiden Frauen wurden heute, begleitet von trauernden Angehörigen, zu Grabe getragen. Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou hatte zuvor den Toten gedacht, und legte spontan eine Blume an der improvisierten Gedenkstätte vor der Bankfiliale nieder.

Athen im Schock
Es scheint fast, als wäre es in Athen ein ganz normaler Tag. Auf den ersten Blick deutet nichts auf den Hass und die Gewalt hin, die die Stadt in den letzten Tagen erschüttern haben. Doch die Ereignisse haben tiefe Spuren hinterlassen: Vor dem Parlamentsgebäude befindet sich ein massives Polizeiaufgebot, die Menschen sind nicht nur wegen der Hitze niedergeschlagen und zahlreiche Glaser arbeiten sich an den Spuren der Zerstörung ab.

Sparmaßnahmen
Die massiven Sparmaßnahmen die auf das Land warten, kommen langsam im Bewusstsein der Leute an. Wie bei einem Patienten der sich im Schockzustand befindet, drückt die Unausweichlichkeit der Lage auf das Gemüt der Menschen. Man scheint vorläufig zu akzeptieren, dass es tiefgreifende Veränderungen braucht.

Weitere Schritte
Währenddessen sind auch die Gewerkschaftsspitzen am Freitag zusammengekommen um die Lage und das weiter Vorgehen zu diskutieren. Doch macht sich augenscheinlich Ratlosigkeit breit, ein neuerlicher Generalstreik wird eher ausgeschlossen.

Laute Nacht
Nach den Krawallen in der Nacht in Athen ist in der griechischen Hauptstadt am Freitagmorgen nun Ruhe eingekehrt. Die Polizei war am Donnerstagabend mit Schlagstöcken und Tränengas gegen rund 3.000 Steine werfende Demonstranten vorgegangen, die vor dem Parlament in Athen gegen das Sparpaket der Regierung protestierten. Die Demonstranten attackierten die Beamten auch mit Knallkörpern. Kurz zuvor hatte das griechische Parlament das umstrittene Paket mit 172 zu 121 Stimmen verabschiedet.

Vor dem Bankrott
Die Griechen müssen demnach in den kommenden drei Jahren 30 Milliarden Euro sparen. Nur so können sie auf die Hilfe der Euroland-Partner und des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von 110 Milliarden Euro hoffen, um ihr Land vor dem Bankrott zu retten.

Ausschreitungen
Nach den Ausschreitungen beruhigte sich die Lage in der Nacht. Bei einem Brandanschlag auf eine Bank in Athen waren vor zwei Tagen drei Menschen ums Leben gekommen. Sie sollen am diesem Freitagnachmittag beigesetzt werden. Für Freitag waren keine neuen Demonstrationen geplant.

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