Schrott-Tupolew löst Panik aus

Kabine wackelte

© Reuters

Schrott-Tupolew löst Panik aus

Nach dem tödlichen Flugzeugabsturz des polnischen Präsidenten, Lech Kaczynsky, hat ein altersschwaches Flugzeug in Südfrankreich die Passagiere in Panik versetzt: Die Fluggäste weigerten sich nach einem von der Luftfahrtaufsicht angeordneten Reifenwechsel bei einem Zwischenstopp in Bordeaux, wieder in die russische Tupolew einer ägyptischen Fluggesellschaft zu steigen, wie der französische Reiseveranstalter Marmara und Fluggäste mitteilten.

"Wir hatten Angst um unser Leben", sagte der Arzt Yacine Benchemam am Montagabend. "Wir hatten den Unfall des polnischen Präsidenten im Kopf, als wir gehört haben, dass es eine Tupolew ist." Es sei unzumutbar, dass Marmara seine Kunden "in einem Schrottflugzeug" reisen lasse.

Wasser tropfte von der Decke
"Das Flugzeug war in einem äußerst heruntergekommenen Zustand", berichtete der Arzt: "Keine Rückenlehne hielt, die Kabine wackelte, von der Decke tropfte Wasser." Sämtliche Passagiere seien "sehr angespannt" gewesen. Die ägyptische Besatzung habe weder Englisch noch Französisch gesprochen; die Crewmitglieder hätten ihm auf Arabisch gesagt, dass sie "seit 24 Stunden" nicht mehr geschlafen hätten, sagte Benchemam.

Der Reiseveranstalter erklärte, er habe erst in letzter Minute erfahren, dass statt der Fluggesellschaft Koral Blue die Airline Cairo Aviation den Charterflug nach Ägypten übernommen habe. Die 166 Fluggäste wurden schließlich am Montagabend mit einer anderen Maschine an ihren Urlaubsort gebracht, wie es am Flughafen hieß.

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