Die Briefe des Amok-Vaters

Schuldbekenntnis

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Die Briefe des Amok-Vaters

Es sind Dokumente zum Weinen, Hilfeschreie, die niemand mehr hören kann. Geschrieben von Matthias Schlepp (43). Sie beweisen wohl, dass der ­Vater seine beiden süßen Zwillinge umbrachte. "Die Mädchen ruhen in Frieden, sie haben NICHT gelitten", schreibt er an Ex-Frau Irina Schlepp (44).

Dieser Krimi hält ganz Europa in Atem: Vor zwei Wochen entführte der Ingenieur in der Schweiz seine beiden Zwillingstöchter Livia und Alessia (6) – ­ÖSTERREICH berichtete. Der Wochenend-Papi (die Scheidung stand unmittelbar bevor) fuhr mit seinen Kids wirr durch die Schweiz, Italien und Korsika. Dann das Ende: Matthias S. warf sich vor einen Zug, von den Kindern fehlt seither jede Spur.

Tod fast gewiss
Es scheint nun gewiss, dass die beiden Mädchen tot sind. Zwei Briefe, die Schlepp an seine Ex schickte, scheinen es zu belegen (siehe unten). Die Worte des Vaters vom 31. 1. 2011 zeigen, wie verzweifelt der Mann auf seiner Flucht war. Die Trennung von der Familie ließ ihn auseinanderbrechen. Als Grund für seine Wahnsinnstat nennt er: "Alles, was ich wollte, war eine Familie." Doch die Beziehung zu Irina platzte, seine Frau wollte nichts mehr von ihm wissen. "Deswegen bin ich ausgerastet!"

Der letzte Brief (datiert mit 3. Februar) ist der schockierendste. Es scheint, als ob Matthias Schlepp seine Kinder unmittelbar davor umgebracht hatte: "Ich wollte mit ihnen sterben, aber es kam anders … Du wirst sie nie wieder sehen."

Die Ermittler haben zwei Mordtheorien: Entweder Schlepp warf die Mädchen am Weg nach Korsika von Bord der Fähre oder er brachte sie auf der Ferieninsel um.

Mutter Irina glaubt indes fix daran, dass die Kinder am Leben sind. Sie durchkämmte auch gestern noch Korsika. Mit dem Polizei­helikopter fliegt sie alle Plätze ab, an denen die Familie in der Vergangenheit urlaubte.

Die Briefe im Wortlaut

31. 1. aus Marseille
Ich bin schon total verrückt, krank, an meinen Grenzen, zerstört! Hilfe!! Ich kann nicht mehr, ich schaffe es nicht mehr! Statt einem vernünftigen Gespräch habe ich als Antwort nur diese Scheiss-Anwälte bekommen. Alle wollten mir helfen, nur Du nicht! Meine Frau! Du hast nicht ein Mal Zeit gehabt, um zu sprechen, und … nach Neuchatel zu kommen war für Dich schon zu viel Anstrengung und deswegen bin ich ausgerastet!

Jetzt will ich keine Hilfe mehr, es ist zu spät. Ich habe Dich immer geliebt!!!!!! Alles, was ich wollte, war eine Familie! Dich zu verlieren, war schon schlimm genug, aber dann noch meine Mädchen, das war zu viel. Sicher bin ich erkrankt, aber ich weiss nicht woran …Ciao für immer! Ich kann nicht mehr!

Es tut mir unendlich leid, aber man kann nichts mehr ändern. Matthias.

3. 2. aus Cerignola
Meine Liebe,

ich wollte mit ihnen sterben, aber es kam anders. Ich werde der letzte sein, der stirbt. Die Mädchen ruhen in Frieden, sie haben NICHT gelitten. Sie ruhen an einem friedlichen Ort. Du wirst sie nie wieder sehen. Ich hoffe, dass Du Dir nicht das Leben nimmst.

Ohne gemeinsames Sorgerecht schaffe ich es nicht!!

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