Schweden: Anschlagserie auf Einwanderer

Frau tot

© EPA

Schweden: Anschlagserie auf Einwanderer

Die Polizei im südschwedischen Malmö untersucht eine mutmaßliche Anschlagserie auf Einwanderer. Eine Sonderkommission prüfe einen möglichen Zusammenhang unter zehn bis 15 Schussattacken in den vergangenen zwölf Monaten, teilte die Polizei am Mittwoch mit. In praktisch allen Fällen waren Menschen mit ausländischer Herkunft ohne vorherige Bedrohung und ohne erkennbaren Grund beschossen worden. Die Polizei prüft unter anderem einen rassistisch motivierten Hintergrund.

Auffallende Parallelen

Unter den gesichteten Fällen ist auch der ungeklärte Mord an einer 20-jährigen Frau, der im Oktober vergangenen Jahres begangen wurde. Außerdem würden mehrere Angriffe mit Schusswaffen aus den vergangenen Monaten überprüft, bei denen Menschen verletzt wurden, hieß es seitens der Polizei. Zumindest bei einem Teil der Fälle wurde ballistischen Untersuchungen zufolge dieselbe Schusswaffe verwendet, sagte ein Ermittler im Schwedischen Fernsehen.

Erst am Dienstag war ein 28-jähriger Mann in Malmö rücklings angeschossen und schwer verletzt worden. Eine Woche zuvor erlitt ein anderer Mann leichte Verletzungen, als er wenige Häuserblocks entfernt angeschossen wurde. Besonders diese jüngsten Fälle weisen laut Polizeisprecher J-B Cederholm auffallende Parallelen auf. Beide Male lauerte der Täter farbigen Männern an einer Bushaltestelle auf und schoss aus dem Hinterhalt in ihren Rücken.

Erinnerungen an "Laser-Mann"
Die scheinbar willkürlichen Attacken schüren in Schweden die Angst vor einem Serientäter, der gezielt ausländisch aussehende Menschen ins Visier nimmt. Bereits von August 1991 bis Jänner 1992 hatte der sogenannte "Laser-Mann" das skandinavische Land in Angst und Schrecken versetzt.

Der heute 57-jährige John Ausonius schoss im Großraum Stockholm auf elf Menschen, die meisten davon Einwanderer. Eines seiner Opfer starb, die anderen wurden schwer verletzt. Ausonius war 1994 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Seinen Aliasnamen erhielt er von den Medien, weil er bei den Attentaten ein mit einer Laser-Zieleinrichtung ausgerüstetes Gewehr verwendete.

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