Schweres Zugsunglück in Indien

Unfall

Schweres Zugsunglück in Indien

Kurz vor dem Amtsantritt des neuen indischen Premierministers Narendra Modi hat sich im Norden des Landes ein schweres Zugsunglück ereignet. Neun Menschen wurden nach offiziellen Angaben getötet, als ein Passagierzug in einem Bahnhof in Nordindien auf einen stehenden Güterzug auffuhr. Weitere 95 Menschen erlitten Verletzungen. Viele Passagiere saßen aber noch im Unglückszug fest.

Der Passagierzug war auf dem Weg von Hisar im Bundesstaat Haryana nach Gorakhpur im benachbarten Uttar Pradesh. Im Bahnhof Chureb in Khalilabad, 700 Kilometer östlich der indischen Hauptstadt Neu Delhi, ereignete sich das Unglück. Der Bezirksvertreter Bharat Lal Rai sagte der Nachrichtenagentur AFP vom Unglücksort aus, neun Tote und 95 Verletzte seien bestätigt. Die Verletzten seien in umliegende Krankenhäuser gebracht worden.

Nach Angaben eines Vertreters der Bahngesellschaft Indian Railways entgleisten durch den Aufprall sechs Waggons. Auf Fernsehbildern waren zerquetschte und umgekippte Waggons zu sehen. Anrainer versammelten sich am Unglücksort.

Rettungskräfte versuchten, die in den Waggons eingeschlossenen Menschen zu retten. Es fehlte ihnen jedoch an dem nötigen Werkzeug, um zu allen Passagieren zu gelangen. "In einem Waggon sehen wir drei eingeschlossene Menschen", sagte ein örtlicher Behördenverteter, Arvind Diwedi. "Mindestens einer von ihnen scheint am Leben zu sein, die beiden anderen haben keine Regung gezeigt." Die Rettungsmannschaft an Ort und Stelle habe aber kein geeignetes Schneidewerkzeug, dieses werde erst später eintreffen.

40 Tote?

Örtliche Medien berichteten von bis zu 40 Todesopfern, mindestens drei Behördenvertreter an Ort und Stelle sagten dagegen, die Zahl liege unter zehn. Ein Sprecher von Indian Railways, Anil Kumar Saxena, sagte in Neu Delhi, das Hauptaugenmerk gelte zunächst der Rettung und Versorgung der Verletzten.

Der neu gewählte indische Premierminister Narendra Modi, der am Montag offiziell in sein Amt eingeführt wurde, drückte im Kurzbotschaftendienst Twitter den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. Er habe den "Kabinettssekretär gebeten, die Lage zu überwachen und dafür zu sorgen, dass die Verletzten schnelle Hilfe erhalten", twitterte Modi.

Das indische Bahnnetz ist bekannt für seinen schlechten Zustand. Laut einem offiziellen Bericht sterben jedes Jahr 15.000 Menschen bei Zugunglücken auf dem Subkontinent. Im Jänner überraschte ein Feuer zahlreiche Bahnreisende nahe Mumbai im Schlaf und tötete neun Menschen. Einige Wochen zuvor waren bei einem Feuer in einem Zug im Bundesstaat Andhra Pradesh 26 Menschen ums Leben gekommen. Und im August hatte ein Hochgeschwindigkeitszug hinduistische Pilger erfasst, die einen Bahnübergang überquerten - 37 Menschen starben.

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