Sonderthema:
Selbstmordanschlag in Indonesien

Mindestens 27 Christen verletzt

Selbstmordanschlag in Indonesien

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine christliche Kirche in der indonesischen Stadt Solo sind am Sonntag mindestens 27 Menschen verletzt worden. Entgegen vorherigen Äußerungen von Regierung und Augenzeugen, in denen auch von getöteten Gläubigen die Rede war, bestätigte die Polizei nur den Tod des Attentäters. Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono machte ein Terrornetzwerk für den Anschlag verantwortlich.

Der Attentäter zündete seinen Sprengsatz nach übereinstimmenden Angaben am Ende eines Gottesdiensts, als die Gläubigen gerade aus der Kirche kamen. Sicherheitsminister Djoko Suyanto sagte zunächst, bei dem Angriff seien zwei Menschen getötet worden, ohne auszuführen, ob sich darunter auch der Attentäter befand. Ein Augenzeuge sprach im Radio von vier Toten. Die Polizei bestätigte aber letztlich nur den Tod des Attentäters.

Staatschef Yudhoyono verurteilte den Anschlag und kündigte eine Untersuchung an. Der Attentäter sei Mitglied eines Terrornetzwerks aus der Stadt Cirebon etwa 300 Kilometer westlich der Hauptstadt Jakarta gewesen, sagte er im Fernsehen. Auch Minister Suyanto sprach im Radio von einem "Terrorakt". "Nichts rechtfertigt diese unmenschliche Tat."

Indonesien ist das Land mit der weltweit größten muslimischen Bevölkerung, weniger als zehn Prozent der rund 240 Millionen Indonesier sind Christen. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Zusammenstöße zwischen Christen und Muslimen. Bei schweren Unruhen zu Beginn der 90er Jahre wurden mehr als tausend Menschen getötet.
 

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