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100 Jahre nach 1. Weltkrieg

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Serben errichten Denkmal für Sarajevo-Attentäter

Einen Tag vor dem 100. Jahrestag der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajevo haben die Serben dem Attentäter ein Denkmal errichtet. Bosnisch-serbische Spitzenpolitiker enthüllten am Freitag die Statue von Gavrilo Princip, dessen Mord als Auslöser des Ersten Weltkriegs gilt. Mehr als tausend Menschen bejubelten das Standbild im serbischen Ost-Sarajevo.

Das serbische Mitglied im dreiköpfigen bosnischen Staatspräsidium, Nebojsa Radmanovic, beschrieb den damals 19-jährigen Princip als Volkshelden und Patrioten. Er sei das Sinnbild für den serbischen Wunsch nach einem gemeinsamen Staat, den man noch nicht habe bilden können. Die serbische Landeshälfte Bosniens droht seit Jahren mit einer Abspaltung und einer Vereinigung mit dem benachbarten Mutterland Serbien.

Die neue Princip-Statue sei ein Ersatz für die Erinnerungstafel aus Marmor, die deutsche Truppen 1941 in Sarajevo abmontiert und "dem größten Feind der Völker hier übergeben hatten, dem berüchtigten Adolf Hitler", sagte Radmanovic.

Muslime dagegen
Die muslimische Mehrheitsbevölkerung Sarajevos sieht in Princip einen Terroristen. Die erhoffte Versöhnungsgeste zwischen den Volksgruppen und ehemaligen Kriegsgegnern zum Jahrestag des Sarajevo-Attentats dürfte ausbleiben. Spitzenpolitiker der Serbiens und der bosnischen Serben wollen nämlich einem Gedenkkonzert der Wiener Philharmoniker am morgigen Samstagabend fernbleiben, zu dem neben Bundespräsident Heinz Fischer auch die Staatsoberhäupter Kroatiens, Mazedoniens und Montenegro erwartet werden.

Die Serben stoßen sich an einer Gedenktafel auf dem Gebäude des "Alten Rathauses" (Vijecnica), auf der "serbische Verbrecher" für die Verwüstung des Gebäudes im Bosnien-Krieg verantwortlich gemacht werden. Das Gebäude war Ende des 19. Jahrhundert unter österreichischer Herrschaft im neomaurischen Stil errichtet worden. Im Bosnien-Krieg 1992 wurde es schwer beschädigt, zahlreiche wertvolle Werke, die es als bosnische Nationalbibliothek beherbergte, wurden vernichtet. In den vergangene zwei Jahrzehnten wurde das Gebäude mit Hilfe europäischer Staaten, darunter Österreich, restauriert.
 

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