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Sloweniens erster farbiger Bürgermeister

"Obama von Piran"

© Reuters

Sloweniens erster farbiger Bürgermeister

Knapp zwei Jahre nach der historischen US-Präsidentenwahl hat nun auch Slowenien seinen Obama: Bei der Bürgermeister-Direktwahl in der Küstenstadt Piran hat sich am heutigen Sonntag der gebürtige Ghanese Peter Bossman (55) gegen Amtsinhaber Tomaz Gantar durchgesetzt. Der Arzt Bossman ist damit der erste schwarze Bürgermeister des Landes. Er setzte so wie Obama im Wahlkampf auf das Internet, etwa durch ein eigenes Facebook-Profil.

Sozialdemokrat
"Ich bin glücklich und stolz. Die Menschen haben gewonnen, der Dialog hat gewonnen", sagte Bossman in einer ersten Reaktion. Auf seine Patienten will er dabei nicht vergessen. "Morgen gehe ich wie gewohnt in die Ordination", der Arzt, der sich vor allem als Therapeut für Drogenabhängige verdient gemacht hat. Der Sozialdemokrat Bossman erhielt 51,39 Prozent der Stimmen, der bisherige parteiunabhängige Bürgermeister Gantar 48,61 Prozent. Im ersten Wahlgang vor zwei Wochen hatte sich Bossman mit 31 zu 25 Prozent der Stimmen durchgesetzt.

Dank Stipendium nach Jugoslawien
Der am 2. November 1955 in Ghana geborene Bossman war in den 1970er Jahren durch ein Stipendium des kommunistischen Jugoslawien zum Studieren nach Slowenien gekommen. Seit 1998 sitzt er im Gemeinderat von Piran und sammelte auch als Ortsvorsteher von Lucija kommunalpolitische Erfahrungen.

Das malerische Küstenstädtchen Piran ist über die Landesgrenzen vor allem nach der gleichnamigen Adriabucht bekannt, dem Zankapfel im Grenzstreit zwischen Slowenien und Kroatien. Auch diesbezüglich hat die Wahl Bossmans Symbolcharakter, ist er doch mit einer Kroatin verheiratet.

Tourismuszentrum
Die Gemeinde, zu der auch der Badeort Portoroz gehört, ist eines der wichtigsten Touristenzentren des Landes. 18 Kilometer des 46 Kilometer langen slowenischen Meereszuganges entfallen auf die von 18.000 Menschen bewohnte Gemeinde.

Insgesamt fanden am heutigen Sonntag in 74 der 208 slowenischen Gemeinden Bürgermeister-Stichwahlen statt. In den meisten Gemeinden hatte es schon im ersten Wahlgang am 10. Oktober eine absolute Mehrheit für einen Kandidaten gegeben, so auch in den beiden größten Städten des Landes, Ljubljana und Maribor.

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