Snowden würde nach Deutschland kommen

Bei freiem Geleit

Snowden würde nach Deutschland kommen

Seiten: 12

Der ehemalige Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA, Edward Snowden, ist grundsätzlich zu einem Gespräch mit deutschen Behörden bereit. In einem am Freitag vom deutschen Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele verbreiteten Schreiben Snowdens heißt es: "Ich freue mich auf ein Gespräch mit Ihnen in Ihrem Land, sobald die Situation geklärt ist, und danke Ihnen für Ihre Bemühungen, das internationale Recht zu wahren, das uns alle beschützt."

Das Schreiben, eine unautorisierte Übersetzung, war nicht direkt adressiert, sollte aber Bundesregierung, Bundestag und Generalbundesanwalt zukommen, wie Ströbele deutlich machte. Der Grünen-Politiker war zuvor mit Snowden in Moskau zu einem dreistündigen Gespräch zusammengekommen.

Snowden will laut Ströbele möglichst nicht vor deutschen Vertretern auf russischem Boden aussagen. "Da hat er bisher erhebliche Vorbehalte, die ich nicht näher erklären darf oder will", sagte Ströbele, der Snowden am Donnerstag überraschend in Russland getroffen hatte, am Freitag in Berlin.

Offen für andere Varianten
Ströbele betonte, Snowden sei aber offen für andere Varianten: "Er kann sich vorstellen, nach Deutschland zu kommen." Dazu müsse allerdings gesichert sein, dass Snowden danach in Deutschland oder in einem vergleichbaren Land bleiben könne und dort in Sicherheit sei. Eine Möglichkeit wäre, dem Amerikaner von deutscher Seite freies Geleit zu gewähren, sagte Ströbele. "Wenn das geklärt und geregelt ist, wäre er bereit, herzukommen."

Snowden habe außerdem erklärt, am liebsten würde er vor einem Gremium des US-Kongresses aussagen. Das Kernanliegen des Enthüllers sei, Straftaten und Fehlentwicklungen bei den Nachrichtendiensten in den USA zu stoppen und die Rechte der Bürger zu schützen.

USA besteht weiter auf Snowden Auslieferung
Angesichts von Forderungen nach Asyl für Edward Snowden in Deutschland haben die USA weiter auf einer Auslieferung des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters bestanden. Gegen Snowden laufe in den Vereinigten Staaten ein Strafverfahren wegen der Weitergabe vertraulicher Informationen, sagte eine Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates von Präsident Barack Obama am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP. "Er sollte so schnell wie möglich in die USA zurückgeschickt werden." In seiner Heimat werde er ein "rechtsstaatliches Verfahren" bekommen.

Nächste Seite: Die Übersetzung des Briefs von Edward Snowden

button_neue_videos_20130412.png

Seiten: 12
Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Jetzt Live
Diese Videos könnten Sie auch interessieren
Wiederholen
Jetzt NEU

oe24.TV im Livestream: 24 Stunden News!

Live auf oe24.TV 1 / 9

Top Gelesen 1 / 5

Diese Website verwendet Cookies
Cookies dienen der Benutzerführung und der Webanalyse und helfen dabei, die Funktionalität der Website zu verbessern, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Impressum  
Es gibt neue Nachrichten