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Society-Mord: Schwiegersohn ließ Milliardärin töten

Monaco

Society-Mord: Schwiegersohn ließ Milliardärin töten

Der Mord an der monegassischen Milliardärin Helene Pastor scheint geklärt. Der Schwiegersohn der Immobilienmogulin habe gestanden, die Tat in Auftrag gegeben zu haben, sagte Staatsanwalt Brice Robin am Freitag in Marseille. Gegen den 64-jährigen Wojciech Janowski und sechs weitere Verdächtige - unter ihnen der mutmaßliche Organisator der Tat und der Todesschütze - wurden Ermittlungen eingeleitet.

Janowski, der langjährige Lebenspartner von Helene Pastors Tochter Sylvia, habe zugegeben, seinem Sportlehrer Pascal Dauriac 200.000 Euro in bar für die Organisation der Tat gegeben zu haben, sagte Robin. Der Geschäftsmann und langjährige polnische Honorarkonsul in Monaco habe es vermutlich auf das Vermögen der 77-Jährigen abgesehen: Er sei wohl ihm um "das Erbe von Sylvia Pastor" gegangen, sagte Robin.

Der mutmaßliche Todesschütze, ein 24-Jähriger aus Marseille, habe jede Aussage verweigert, sagte Robin. Sein mutmaßlicher Komplize habe dagegen alles gestanden. Die Polizei war den beiden polizeibekannten Männern in mühevoller Kleinarbeit auf die Spur gekommen. Sie konnte durch die Auswertung von Überwachungsvideos, DNA-Spuren in einem Hotel in Nizza und die Überprüfung ihrer Handys zeigen, dass beide Männer am Tatort waren. Ermittlungsverfahren wurden zudem gegen drei mutmaßliche Helfer eingeleitet. Der Vorwurf lautet auf Bildung einer kriminellen Vereinigung, um einen Mord zu verüben.

Helene Pastor war am 6. Mai nach einem Besuch bei ihrem Sohn in einem Krankenhaus in Nizza in ihrem Auto niedergeschossen worden und später ihren schweren Verletzungen erlegen. Auch ihr Fahrer wurde getötet. Der Schütze und sein Komplize entkamen zunächst unerkannt. Die Familie Pastor hat im Immobiliengeschäft in Monaco, wo Wohnraum sehr teuer ist, ein Vermögen angehäuft. Die Tat rief über die Grenzen Monacos hinaus Entsetzen hervor.

Zu Wochenbeginn gab die Staatsanwaltschaft in dem Fall 23 Festnahmen bekannt. In Polizeigewahrsam genommen wurde auch Sylvia Pastor, sie wurde aber bald wieder freigelassen. Staatsanwalt Robin betonte am Freitag erneut, es bestehe keinerlei Verdacht gegen sie. Sie fühle sich von Janowski, mit dem sie eine Tochter hat, "betrogen", sagte Staatsanwalt Robin. "Sie hat ihre Mutter verloren, ihr Lebensgefährte scheint der Auftraggeber zu sein, das ist psychologisch mehr als schwierig."

Die Ermittlungen der Polizei zeigten große Geldbewegungen auf Janowski Konto. Er soll in weniger als einem Jahr 8,4 Millionen Euro von Sylvia Pastor bekommen und wieder ausgegeben haben. In den Tagen vor der Tat hob er von einem Konto in Dubai 250.000 Euro in bar ab.
 

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