Software hilft Sarkozy sich zu entscheiden

PC-Unterstützung

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Software hilft Sarkozy sich zu entscheiden

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy (UMP) verwendet laut Medienberichten ein Computerprogramm, das ihn in seinen bedeutendsten politischen Entscheidungen unterstützt. Nach Angaben des Online-Infromationsdienstes "Rue89" verfügt der Elysee-Palast seit 2007 über das Programm B-6, das wie eine Software zur Unternehmensführung funktionieren soll. Nach den Angaben verwendete Sarkozy das B-6 unter anderem für die Renten- und Steuerreform, für Entscheidungen in der Immigrationspolitik und den Personalabbau in der öffentlichen Verwaltung. Der Elysee-Palast bestritt allerdings die Verwendung eines solchen Programms.

"Die Versammlungen des Präsidenten am Morgen beginnen immer mit einer Zusammenfassung des B-6", zitiert "Rue89" einen anonym gebliebenen Mitarbeiter Sarkozys. Der Web-Informationsdienst beruft sich in dem Artikel auf einen Bericht des französischen Geheimdienstes "Renseignements Generaux" (RG), wonach das B-6-Programm dazu dienen soll, "die Operationen und die Strategie der Regierung besser zu koordinieren, die französische Produktivität zu steigern und eine globale Vision der Reformen im Lande zu haben".

Laut Medienbericht gelangte der RG-Bericht auch in die Hände der oppositionellen Sozialistischen Partei (PS), welche beabsichtige, dessen Existenz nächste Woche bekanntzugeben. Nach Angaben des PS-Parteimitglieds Razzy Hammadi soll die Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchungskommission zu dem Thema beantragt werden. "Wir wohnen einer Deshumanisierung der Politik auf der Basis der Zahlenlogik bei. Das ist eine Entgleisung unserer Zivilisation", erklärte Hammadi.

Das betreffende Computerprogramm wurde nach den Angaben in den 1980er Jahren von amerikanischen und japanischen Forschern in der Universität Waseda in Tokio entwickelt. Nach Angaben eines der Erfinder, Martin Melva, verfügt das Programm über ein breites Datenarchiv, auf dessen Basis er im Falle einer Problemstellung mehere Lösungsprobleme vorschlägt. Software dieser Art wird vor allem im Finanzwesen und der Medizin verwendet.

Das Programm B-6 wurde auch der spanischen Regierung vorgeschlagen, letztendlich aber von den Madrider Behörden abgelehnt. Nach Angaben des Paris-Korrespondenten der spanischen Zeitung "Publico", Andres Perez, kam das Angebot vor etwa zehn Monaten an die Madrider Regierung. "Deren Berater haben allerdings aus ethischen Gründen einen negativen Bericht vorgelegt, zumal es ihnen nicht angebracht schien, einen Roboter in die Regierungsmannschaft einzugliedern", so Perez.

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