08. Mai 2010 08:38
Eine Methangasblase und eine Serie von Pannen haben zu der folgenschweren
Explosion auf der im Golf von Mexiko gesunkenen Bohrinsel geführt. Das geht
aus einer internen Untersuchung des Ölkonzerns BP auf der Grundlage von
Interviews mit Arbeitern der Plattform hervor. Das Methangas stieg demnach
plötzlich vom Meeresboden das Bohrgestänge empor, durchbrach mehrere
Sicherungen und Sperren, bevor es dann explodierte.
Stahlglocke am Meeresboden
Eine 100 Tonnen schwere
Stahlbetonglocke liegt jetzt über dem Ölleck im Golf von Mexiko. Die
Konstruktion ist in rund 1.500 Metern Tiefe auf den Meeresboden abgesenkt
worden. Es dauert noch einige Stunden, bis sie stabil steht. Aber bisher
läuft alles nach Plan. Jetzt sollen Rohre angeschlossen werden, um das
weiter aus dem defekten Bohrloch am Meeresboden austretende Öl abzusaugen.
Es ist das erste Mal, dass so etwas versucht wird.
Die gigantische Konstruktion besteht aus einem etwa vier Stockwerke hohen
Quader und einer Kuppel, durch die das Öl mit Rohren in einen Tanker an der
Wasseroberfläche abgesaugt werden soll. So sollen bis zu 85 Prozent des
austretenden Öls aufgefangen werden.
Weitere Tests
Parallel prüfen BP-Ingenieure weiter, ob das Leck
auch mit der sogenannten "Top-Kill"-Methode abgedichtet werden
könnte. Dabei wird ein Gemisch aus Lehm und Beton direkt in die Quelle
gepumpt, wie ein BP-Sprecher erläuterte.
Bei dem Vorfall am 20. April kamen elf Arbeiter ums Leben. Die Bohrinsel
ging zwei Tage später unter. Das Unglück führte zu der Ölpest im Golf von
Mexiko, die jetzt die Küste von Louisiana erreicht hat. Seit Beginn sind
bereits rund 11,4 Millionen Liter Öl ins Meer geströmt. Täglich strömen
weitere 800.000 Liter aus.