Straßengang kidnappte 17-Jährigen und quälte ihn

"Saat des Bösen"

Straßengang kidnappte 17-Jährigen und quälte ihn

Im deutschen Suhl sollen drei mutmaßliche Mitglieder der Straßengang "Saat des Bösen" einen 17-Jährigen gekidnappt haben. Wochenlang sollen sie den Teenager misshandelt und zu Straftaten gezwungen haben, berichtet "mdr.de" unter Berufung auf die Polizei.

Die drei Beschuldigten im Alter von 18, 21 und 23 Jahren befänden sich derzeit in Untersuchungshaft, der 23-jährige Haupttäter sei erst am Mittwoch von einem Spezialeinsatzkommando der Thüringer Polizei festgenommen worden. Auch fünf mutmaßliche Helfershelfer stünden laut dem Nachrichtenportal unter Verdacht.

Opfer meldete Tat bei Polizei

Am 29. Dezember 2016 sei das Opfer bei der Polizei erschienen. Der Jugendliche habe angegeben, wochenlang von zwei Männern festgehalten worden zu sein. Er sei mit Handschellen an einen Heizkörper gekettet worden, die Entführer hätten ihn mit Zigaretten verbrannt und mit Messern verletzt. Außerdem seien seine Finger und Zehen mit brennbarer Flüssigkeit übergossen, angezündet und wieder gelöscht worden. "Es ging darum, Schmerzen zuzufügen", schilderte ein Polizeisprecher die Situation.

Neben den Misshandlungen wurde der 17-Jährige laut dem Bericht auch mehrfach zu Diebstählen und zum Verkauf von Drogen gezwungen. Mindestens einer der Peiniger habe sich dabei immer in unmittelbarer Nähe aufgehalten, ihn anschließend wieder in die Wohnung gebracht und festgekettet. Als die Kidnapper eines Tages nicht da waren, gelang es dem Teenager schließlich, sich aus den Fesseln zu befreien und die Flucht zu ergreifen.

Täter stellte sich

Am Silvestertag habe sich schließlich der jüngere der mutmaßlichen Täter selbst gestellt. Gegen ihn wurde ein Haftbefehl beantragt und erlassen. Die beiden anderen mutmaßlichen Täter wurden von der Polizei ausgeforscht. Der Haupttäter habe laut Ermittlungen seine Machtsituation in der Straßenbande dazu genutzt, andere Mitglieder zu Straftaten zu nötigen.

Zwei der drei Kidnapper in U-Haft hätten sich laut Polizei zur Gang "Saat des Bösen" bekannt, der dritte habe entsprechende Tätowierungen. Die verdächtigten Helfershelfer sollen unter anderem ihre Wohnungen zur Verfügung gestellt haben. Die Straßengang "Saat des Bösen" soll sich zwischen 2006 und 2009 in einem Thüringer Jugendgefängnis gegründet haben. Mehrere hochrangige Mitglieder der Bande verbüßen Haftstrafen.

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