Strauss-Kahn: Sex-Opfer packt aus

Anklage

Strauss-Kahn: Sex-Opfer packt aus

Der wegen einer Sex-Attacke gegen ein New Yorker Hotelzimmermädchen in U-Haft schmorende IWF-Chefbanker Dominique Strauss-Kahn (62) gerät immer stärker unter Druck: Für Mittwoch war die Aussage des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers – das seit 1998 in den USA lebende „Sofitel“-Zimmermädchen Nafissatou „Nafi“ D. (32) aus dem Westafrika-Staat Guinea – vor den Geschworenen einer Grand Jury erwartet worden: Bei dieser Art Vorverhandlung muss die Staatsanwaltschaft zeigen, dass die Beweislage für einen Prozess reicht. Strauss-Kahn muss am Freitag wieder vor der U-Richterin erscheinen – bis dahin soll die Anklage stehen.

Die Kronzeugin könnte jetzt über weitere Details der Sex-Attacke in der Luxus-Suite am letzten Samstag auspacken. Die Frau wird von den Behörden in einem unbekannten Hotel versteckt. Ihr Wohnhaus in der Südbronx wird von Medien belagert: Dort lebte sie in einem 70-Quadratmeter, 1.400 Dollar teuren Apartment, so Nachbarn. Sie war hilfsbereit, liebenswürdig, kümmerte sich rührend um ihre Tochter (15).

Die New York Post behauptete, die Wohnung wäre von einer Hilfsorganisation für HIV-Infizierte zur Verfügung gestellt worden und behauptete, Nafi wäre AIDS-krank. Ihr Anwalt Jeffrey Shapiro dementierte auf NBC-TV den AIDS-Alarm als „ungeheuerliche Anschuldigung“. Die Frau hätte dort nur eine Untermiete gehabt, sagt er.

Nafis Leben ist zerstört
„Sie weint jeden Tag, hat große Angst“, so ihr Bruder Blake (43). Mehrmals täglich telefoniert sie mit ihm, erzählt er im ÖSTERREICH-Gespräch (siehe unten). Sie fürchte sogar um ihr Leben, so ihr Anwalt.

Strauss-Kahn, Spitzname DSK, wird unterdessen in seiner Einzelzelle im Horrorknast Rikers Island wegen „Selbstmordgefahr 24 Stunden überwacht.
Die Rufe nach seinem Rücktritt als IWF-Chef werden stündlich lauter: Die Währungsfonds-Führung will nun Kontakt mit ihm aufnehmen und ihn zum Abgang drängen. US-Finanzminister Timothy Geithner zürnte: DSK könne seine Aufgaben nicht wahrnehmen.

Bruder spricht: "Sie weint oft und hat sehr große Angst..."

ÖSTERREICH: Wie halten Sie Kontakt zu Ihrer Schwester?
Blake D.: Wir telefonieren jeden Tag. Die Nummer ist geheim, sie darf nicht verraten, wo sie ist. Immerhin ist jetzt ihre Tochter bei ihr. Sie wollte immer nur ein einfaches Leben, einen Job, genug Geld für ihr Mädchen. Jetzt steht sie im Rampenlicht.

ÖSTERREICH: Wie geht es ihr?
Blake D.: Sie rief mich nach dem Vorfall an, sagte, dass ihr etwas „Schreckliches widerfuhr“. Ich dachte mir gleich, dass etwas faul ist, als sie das Telefon zunächst nicht abhob. Erst am Abend rief sie zurück, erzählte mir einige Details. Sie fühlt sich völlig isoliert, sie weint oft, hat große Angst – ihr ganzes Leben wurde über Nacht auf den Kopf gestellt. Sie verabscheut das Rampenlicht.

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