Bis zu 40.000 Menschen aus Abyei geflohen

Sudan

Bis zu 40.000 Menschen aus Abyei geflohen

Nach der Einnahme der sudanesischen Stadt Abyei durch Truppen aus dem Norden des Landes sind nach UN-Schätzungen zwischen 30.000 und 40.000 Menschen aus der umkämpften Region geflohen. Wie die Koordinatorin für humanitäre Einsätze der UNO im Südsudan, Lise Grande, am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP sagte, flüchteten allein aus dem Gebiet um Abyei 10.000 Menschen, aus weiter südlich gelegenen Stadt Agok weitere 25.000. Die Flüchtlinge würden so gut es geht mit Lebensmitteln und anderen Hilfsmitteln unterstützt.

Norden erobert umstrittene Grenzstadt
Truppen aus Khartum hatten die zwischen Nord- und Südsudan umstrittene Grenzstadt Abyei am Samstag eingenommen. Nach dem erzwungenen Rückzug der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) aus dem Süden war Abyei geplündert und teilweise in Brand gesetzt worden. Am Dienstag hatte der sudanesische Präsidenten Omar el Baschir erklärt, Abyei sei nordsudanesisches Territorium und seine Truppen würden sich nicht aus der Stadt zurückziehen. Er sei "bereit zu einem neuen Krieg" um die Region.

Enough Project berichtet von Kriegsverbrechen
Die US-Gruppe Enough Project, die zum Satellite Sentinel Project gehört, berichtete unter Verweis auf Satellitenaufnahmen, in dem Gebiet seien "Kriegsverbrechen" und "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" verübt worden. Enough-Project-Direktor John Bradshaw erklärte, auf den Bildern seien "Angriffe gepanzerter Fahrzeuge und die Zerstörung von Dörfern" zu sehen. Außer Panzern und Hubschraubern gebe es in Abyei entlang den Hauptstraßen zahlreiche Soldaten. Das lasse darauf schließen, dass der Einmarsch in Abyei von langer Hand vorbereitet worden sei. Das Satelliten-Projekt geht auf eine Initiative des US-Schauspielers George Clooney zurück und wird von verschiedenen Nichtregierungsorganisationen unterstützt.

Das zwischen Nord- und Südsudan gelegene ölreiche Gebiet von Abyei wird von beiden Landesteilen beansprucht. Der Friedensvertrag von 2005 zwischen der Regierung in Khartum und der SPLA legt fest, dass beide Seiten in Abyei auf ein militärisches Vorgehen verzichten. Bei einem Referendum im Jänner hatten sich die Südsudanesen mit überwältigender Mehrheit für die Unabhängigkeit vom Norden ausgesprochen, für Juli ist die Staatsgründung vorgesehen. Ein ursprünglich ebenfalls für Jänner geplantes Referendum in Abyei wurde dagegen verschoben, weil sich der Norden und der Süden nicht über den Kreis der Wahlberechtigten einigen konnten.
 

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