Flüchtlingszahl steigt

Syrische Opposition will mehr Waffen

Die syrische Opposition fordert im Kampf gegen das Regime von Präsident Bashar Al-Assad von der internationalen Gemeinschaft erneut Waffen und mehr Geld. "Die Zeit spielt gegen uns, und die Fortsetzung des Konflikts kann für die Region und die Welt nur in einer Katastrophe enden", sagte Riad Seif, Vizechef der Nationalen Syrischen Koalition, am Montag in Paris. Sein Amtskollege Georges Sabra bezifferte den Unterstützungsbedarf auf mindestens 500 Millionen US-Dollar.

Die Führungsvertreter der Nationalen Syrischen Koalition sprachen in der französischen Hauptstadt mit Vertretern aus rund 50 Unterstützerstaaten. Für Österreich nahm der Leiter der Nahostabteilung im Außenministerium, Fritz Stift, teil. Das Treffen war von Frankreichs Außenminister Laurent Fabius organisiert worden, um weitere Hilfen für die syrische Opposition zu organisieren. Fabius hatte zuvor kritisiert, dass etliche Unterstützungszusagen offensichtlich nicht gehalten worden seien. Die Konferenz solle sicherstellen, dass die Opposition die notwendigen Mittel zum Handeln erhalte, sagte der Minister.

Seit Beginn des Aufstands gegen Präsident Assad hat der Konflikt in Syrien mehr als 60.000 Menschen das Leben gekostet. Auch am Montag wurde landesweit gekämpft, die Regierungstruppen flogen Luftangriffe auf die von Rebellen eroberten Gebiete. Aktivisten beklagten, dass auch Zivilisten in Homs, Deraa und dem Umland von Damaskus unter Beschuss geraten seien. Auch Aleppo werde heftig von Regimesoldaten angegriffen. Syrische Staatsmedien berichteten, dass Assads Truppen einen Rebellenangriff auf einen Militärflughafen in Idlib abgewehrt hätten. Bis zum Nachmittag wurden mindestens 33 Menschen getötet.

Die Zahl der Flüchtlinge steigt weiter an. Das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) geht davon aus, dass seit Jahresbeginn mehr als 100.000 Syrer in die Nachbarländer geflohen sind. Allein in Jordanien hätten 52.000 Syrer die Grenze überschritten, hieß es aus den jordanischen Streitkräften. Das Grenzgebiet gleiche einer "Kriegsregion". Vereinte Nationen und Arabische Liga wollen am Mittwoch bei einer Geberkonferenz in Kuwait weitere Hilfen für die Flüchtlinge beschließen.

Im türkischen Grenzgebiet gab es unterdessen einen neuen Zwischenfall. Ein vermutlich aus Syrien abgefeuertes Raketengeschoß schlug in der Nacht zu Montag in ein Wohnhaus in der grenznahen ostanatolischen Provinz Sanliurfa ein. Es kam jedoch nicht zu einer Detonation, sodass niemand verletzt wurde, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

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